Pilz setzt Baum-Kunst zu

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Die beschädigte Baum-skulptur. Friedhofsleiter Matthias Habel weist auf die Auswucherungen hin Foto: rdm

Amerikanische Rot-Eiche auf dem Rahlstedter Friedhof: Der Doktor ist da...

Von Reinhard Meyer
Rahlstedt
„Bei der Einweihung der Baumskulptur im vorigen Jahr sind wir von einer Lebensdauer von zehn Jahren ausgegangen. Die rasche Ausbreitung des Schwefelporling im Baum war für uns nicht vorhersehbar“, so Matthias Habel, Friedhofsverwaltung Rahlstedt. Die vom Pilzbefall ausgehende Braunfäule hatte dem Ast so stark zugesetzt, dass er vor einigen Wochen nachts herunterfiel. Holzbildhauer Oliver Nau, der aus den Resten der 125 Jahre alten Amerikanische Roteiche eine Skulptur geformt hatte, betätigt sich nun als „Kunstarzt“. Das etwa 50 cm lange morsche Teilstück des Astes wird durch ein resistentes Holzteil ersetzt. Die kleinen Holzskulpturen wie die Frau, das Bett und die Wolke sind erhalten geblieben und werden nach Bearbeitung wieder auf dem Ast angebracht. Der sanierte Ast wird dann auf dem Baum „implantiert“. Die Symmetrie des Kunstwerks bleibt gewahrt.
Die Entfernung der Auswucherungen am Baumstamm kann den Pilzbefall im Baumstamm nicht stoppen. „Prognosen über die künftige Lebensdauer dieser Baumskulptur sind jetzt nicht möglich“, so Matthias Habel. Das können zwei oder fünf Jahre sein. Für die Besucher gehört die Baumskulptur zum Erscheinungsbild des Friedhofs, das zur Nachdenklichkeit einlädt oder von ernsten Stimmung ablenkt. Der Ewigkeitsbriefkasten mit den Briefen an die Verstorbenen wird genutzt. „Falls notwendig, soll die Baumskulptur daher auch reduziert erhalten werden“, so Matthias Habel.
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