Politiker lesen Kindern vor

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Vorlesetag in der Grundschule Kamminer Straße mit der SPD-Abgeordneten Astrid Hennies Foto: rg

Aktionstag an Schulen und Kitas in Hamburg soll die Lust am Lesen wecken

Oldenfelde Vier Jungs und vier Mädchen kommen ins Büro des Schulleiters, zeigen ihre lila Eintrittskarte vor und nehmen Platz. „Wir haben heute Besuch“, begrüßt Eckart Ortmann seine kleinen Gäste. „Vielleicht kennt Ihr sie von einem Plakat, das Ihr an der Straße gesehen habt?“ Der Besuch in der Grundschule Kamminer Straße, das ist Astrid Hennies. Gar nicht so einfach, den Zweitklässlern zu erklären, was eine Bürgerschaftsabgeordnete so macht. „Wir machen die Gesetze für die Hamburger Bürger, zum Beispiel wie Schule funktioniert“, sagt die SPD-Abgeordnete. Das passiert im Rathaus, und das haben viele der Grundschüler schon einmal besucht. „Ich freue mich, hier zu sein und bin auch ein bisschen aufgeregt“, sagt Hennies und setzt sich die Lesebrille auf.
Mitgebracht hat sie „Jeremy James“. Das Buch erzählt witzige Geschichten aus der Sicht eines kleinen Jungen. Der beobachtet etwa, wie sich ein Elefant auf das Auto der Eltern setzt und „sein großes Geschäft macht“. Die Mutter glaubt ihm nicht, und der Vater guckt Fußball. Als der dann das Auto waschen will, bemerkt er die Katastrophe. Und beschwert sich auch noch, dass ihm niemand Bescheid gesagt hat. Den Kindern gefällt´s, immer wieder kommen sie mit der Vorleserin ins Gespräch. „Weitere Geschichten könnt Ihr selbst lesen“, sagt Astrid Hennies und spendet das Buch für die Schulbibliothek. „Lesen ist wichtig, man muss immer wieder das Interesse dafür wecken“, sagt Hennies. Und Lesen ist Grundlage für alle Schulfächer.

Lust auf Bücher machen


„Wir wollen Lust auf Bücher machen“, erklärt Schulleiter Eckart Ortmann. Drei Mal im Jahr ist Vorlesetag während der Schulzeit, einmal am Nachmittag mit den Eltern. Alle 230 Schüler machen heute mit. Lehrer und Erzieher lesen ihnen in kleinen Gruppen etwas vor, an Orten, die man als Grundschüler eher selten besucht. Das kann der Keller sein, oder eben das Büro des Schulleiters. Die Kinder haben sich vorher ihre Lieblingsbücher in der Pausenhalle ausgesucht und die entsprechenden Eintrittskarten bekommen. Alle Bücher werden später in der Schulbücherei auf einem Tisch präsentiert und können ausgeliehen werden. „Das funktioniert sehr gut“, sagt Ortmann. Ihm ist wichtig, dass die Kinder nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause immer weiter lesen. Egal, ob Buch oder E-Book. „Denn sonst verfällt die Lesefähigkeit und damit sinkt das Textverständnis“, weiß der Schulleiter. Seine acht Gäste bekommen noch jeder ein Pixiebuch zum Thema Politik und Demokratie sowie ein spannendes Hörspiel. (rg)
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Rainer Stelling aus St. Georg | 01.12.2016 | 16:22  
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