„Polizeiruf“: TV-Dreharbeiten in Wandsbek

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Hauptkommissar Bukow (Charly Hübner, 40) im Knutzenweg. In Wandsbek werden Innen- und Außenaufnahmen für den Rostocker Polizeiruf 110 gedreht Foto: mt
 
In wenigen Minuten wird aus einem Rettungswagen aus Hamburg ein Krankenwagen aus Rostock...

Für den Krimi mit Charly Hübner wurde Rostock in den Knutzenweg verlegt. Wie das gemacht wurde, wann die Folge ausgestrahlt wird, lesen Sie hier

Von Marco Thielcke
Hamburg. Großeinsatz der Polizei in Wandsbek. Der Knutzenweg wird abgesperrt und Kommissare befragen Nachbarn und Passanten. Mitarbeiter der Spurensicherung und ein Spürhund suchen nach Beweisen. - Als Anwohner vergangenen Donnerstag aus dem Fenster schauen, staunen sie nicht schlecht. Die sonst so ruhige Seitenstraße nahe des Wandsbeker Marktes ist zum Schauplatz von Verbrechen geworden. Aber nur fürs TV...
Was aussieht wie eine großangelegte Polizeiaktion sind Filmarbeiten für den Rostocker „Polizeiruf 110“ mit Kommissar Alexander Bukow und LKA-Beamtin Katrin König, gespielt von Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau. Komparse Mikkel Vogel spielt einen Polizisten. Er klärte eine Anwohnerin auf: „Hier ist nichts so, wie es scheint. Der Postbote arbeitet nicht für die Post, der Krankenwagen kommt nicht aus Rostock und ich bin kein echter Polizist. Nur der Trabi ist echt.“

Für einen Moment bleiben alle stehen

„Schnitt!“, ruft plötzlich ein „Passant“. In der Pause besprechen Schauspieler und Eoin Moore, Regisseur und Drehbuchautor, die Szenen. Hier noch ein Zwinkern, da noch eine Drehung – Ideen werden gleich vor Ort verarbeitet. „Achtung, Probe!“, ruft derselbe „Passant“, der sich als Aufnahmeleiter entpuppt. Auf Kommando gehen rund 40 Personen in Stellung. Für einen Moment bleibt am Knutzenweg die Zeit stehen: keiner bewegt sich. Auf ein Zeichen spielt nun jeder seine Rolle. Der Kommissar kommt im dunkelgrauen Volvo an, steigt aus. Der Postbote fährt mit dem Fahrrad an ihm vorbei. Auf der anderen Straßenseite bringt eine junge Mutter ihre Tochter zur Schule. Ein Krankenwagen kommt aus der Einfahrt und bleibt stehen: „Schnitt! Die Szene nehmen wir“, ruft der Aufnahmeleiter zufrieden. Noch bis 27. November laufen die Dreharbeiten für den Krimi. Der NDR produziert den Krimi für die Rostocker Kollegen mit - aus Kostengründen.

Die Szene ist Teil des elften Falls für die Kommissare aus Rostock. Eine „Familiensache“, so der Titel, erfordert den Einsatz der Ermittler. Den Plot hat es so oder ähnlich schon in der Realität gegeben: Ein Familienvater kommt nicht mit der Trennung von Ehefrau und Kindern klar. Er tötet seine Frau, zwei seiner drei Kinder und die Schwiegereltern. Die Kommissare sind auf der Suche nach dem Verdächtigen, der mit seinem dritten Kind auf der Flucht ist... Die Folge wird im kommenden Jahr ausgestrahlt.

Doch wieso wird eine Szene für den Polizeiruf aus Rostock in Hamburg gedreht? „Wir drehen in Rostock und aus Kostengründen auch in Hamburg“, sagt Eva Hipper von filmpool fiction, der Produktionsfirma. Die Dreharbeiten dauern noch bis zum 27. November. Wer die insgesamt etwa 60 Leute der TV-Produktion am frühen Morgen beobachtet, erkennt, wie viel Arbeit hinter einem Spielfilm steckt. Jeder hat hier eine Aufgabe, die Szenen werden bis ins kleinste Detail vorbereitet. Rund 30 Produktionshelfer verwandeln die Straße nahe des Wandsbeker Markts in eine „Rostocker Wohngegend“: Parkenden Autos werden Rostocker Kennzeichen aufgeklebt, der Rettungswagen aus Hamburg gehört nach kurzer Bearbeitung zum Kreisverband Rostock-Warnemünde und der Trabi darf natürlich auch nicht fehlen. Nach zwei Tagen ist zumindest am Knutzenweg die TV-Arbeit vorbei und die Filmcrew rückt mit allen falschen Polizisten und Requisiten wieder ab. (mt)
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