Psychologen auf vier Pfoten

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Katharina Bücker mit zwei Labradoodles Foto: rdm

Ziel in Meiendorf: Jugendliche zurück ins Leben bringen

Meiendorf „Wir vom kleinen Netzwerk Meiendorf freuen uns, jetzt mit „Touch – Berührung durch vier Pfoten“ ein aussichtsreiches Projekt gefunden zu haben, das suchtgefährdeten Jugendlichen helfen kann“, sagt Claudia Folkers vom Netzwerk – ein Zusammenschluss von Schulen, Kitas, Kirchengemeinden, Trägern der Jugendarbeit, Polizei und ASD, die den Stadtteil auf soziale Probleme hin beobachten. „Hunde sind absolut vorurteilsfrei. Sie vermitteln dem jungen Menschen eine Wertschätzung, die ihm im Umfeld versagt wird“, so die Sozialpädagoginnen Katharina Bücker und Kerstin Rohwer. Bei der Begrüßung, beim Spielen, Bürsten und Kuscheln macht der Jugendliche die Erfahrung positiver körperlicher Nähe.
Zusätzlich lernen Jugendliche Befehle zu geben, die der Hund nur respektiert, wenn der Jugendliche eine straffe Körperhaltung einnimmt. Er lernt unter Anleitung, dem Hund Tricks beizubingen. Dazu gibt es begleitende Gespräche mit den Sozialpädagoginnen, die eben nicht aus dem für die Jugendlichen oft negativ belastenten Umfeld von Jugendamt, Schule oder Familie stammen. Gespräche mit Lehrern finden nur mit dem Hund statt.
Katharina Bücker und Kim Mecklenburg – tätig für die Vereinigung Pestalozzi gGmbH – sowie Kerstin Rohwer, Sozialpädagogin beimParitätischen Wohlfahrtsverband, haben das Projekt entwickelt und erklären, worauf es basiert: Die vertrauensvolle Arbeit mit Hunden soll eine angstfreie Nachreifung ermöglichen. Denn Auslöser der Suchtgefährdung bei Jugendlichen sei die Zerstörung des psychischen Abwehrsystems, bedingt durch schlechte soziale Erfahrungen. Im Sinne der Selbstheilung versuche der heranwachsende Mensch sich mit Drogen zu helfen. Die Sucht ersetze die Bindung an eine vertrauensvolle Person.
Die Sozialpädagoginnen arbeiten mit zwei Labradoodle (Mischung aus Labrador, Retriever und Großpudel) und zwei Wäller (Kreuzung aus Briard und Australian Shepherd), einer neuen, noch nicht anerkannten Hunderasse, die nicht auf Schönheit, sondern auf bestimmte Charakter-Eigenschaften hin gezüchtet wird – Gelehrigkeit, Wesensfestigkeit, Kommunikationsfreude. Ihre Erfahrungen mit tiergestützter therapeutischer Arbeit, die Beschäftigung mit einschlägiger Fachliteratur und der Wunsch des Meiendorfer Netzwerkes haben die Sozialpädagoginnen zur Entwicklung des Projektes veranlasst. Es wird mit öffentlichem Geld gefördert. Die abschließende Bewertung erfolgt im September nächsten Jahres. (rdm)

Interessierte Jugendliche und Eltern sollten sich bei Kerstin Rohwer melden. Ferner wird für das Projekt ein etwa 30 Quadratmeter großer Raum in Meiendorf gesucht: 0171/40 80 438
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