Quartierszentrum 1,7 Millionen Euro teurer

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Hübsch anzusehen, aber teurer als geplant: der Campus Steilshoop Illu: Hascher-Jehle-Architekten

Opposition kritisiert Kostensteigerungen bei Campus-Planung

Steildhoop Die Kosten zur Errichtung des Quartierzentrums im Rahmen des „Campus Steilshoop“ steigen von bislang 6,3 Mio. auf rund achtMio. Euro. Auch der Beitrag, den der Bezirk Wandsbek zu dem Mammutprojekt leistet, erhöht sich um 279.000 auf nunmehr 544.000 Euro. Anlass genug für eine hitzige Debatte bei der Bezirksversammlung auf Antrag der CDU-Fraktion. Der „Campus Steilshoop“ auf dem Gelände des ehemaligen Schulzentrums besteht aus den Teilen Schule am See, Produktionsküche sowie Quartierszentrum. In letzterem sollen zahlreiche örtlichen Institutionen wie das Haus der Jugend, Volkshochschule, Mütterberatung und Bücherhalle unterkommen. Deshalb hatte sich der Bezirk in einer Vereinbarung mit der Schulbehörde bereiterklärt, sich an den Kosten zu beteiligen. Anfangs seien 26,9 Mio. Euro Campus-Gesamtkosten genannt worden, darin enthalten 4,5 Mio. Euro für das Quartierszentrum, so Debattenredner Philipp Hentschel (CDU): „Ein politischer Preis, den man nicht halten konnte.“
„Allein die Kosten für das Quartierszentrum hätten sich laut Hentschel über 6,3 Mio. Euro auf inzwischen knapp acht Millionen Euro erhöht. „Es ist aber nicht klar, ob der Bau nicht noch teurer wird.“
Scharfe Kritik übte auch der Fraktionsvorsitzende der Linken, Julian Georg: „In den Ausschussberatungen arbeiteten wir noch bis in den September mit 6,3 Mio. Euro. Dabei wusste das Bezirksamt damals schon von der Kostensteigerung.“ Georg sprach von „Inkompetenz und fehlender Transparenz“. SPD und Grüne verteidigten das Projekt. Dennis Paustian-Döscher (Grüne): Bei den 4,5 Mio. Euro war von Vornherein klar, dass damit nur die Konstruktion und die Außenanlagen abgedeckt waren.“ Dennoch sei eine kritische Analyse der Vorgänge angebracht: „Man sollte gleich ehrliche Zahlen nennen und Risiken deutlicher benennen.“ Marc Buttler (SPD) erklärte: „Es war immer klar, dass 4,5 Millionen Euro nicht die Gesamtkosten sind. Das kann man in den entsprechenden Drucksachen nachlesen.“
Wie das Bezirksamt dem Wochenblatt mitteilte, resultiert der zentrale Grund für die Kostensteigerung aus der Tatsache, dass die Hochbaukosten für das Quartierszentrum zunächst nicht auf dem Niveau von Schulbauten (rund 2800 Euro pro Quadratmeter) sondern gemäß den Vorgaben des Wettbewerbes mit 2400 Euro/qm angenommen wurde. Weitere Gründe: Der Siegerentwurf des Berliner Architektenbüros Hascher-Jehle wurde überarbeitet, die neuen Kostenberechnungen umfassen auch die Außenanlagen und beinhalten Preissteigerungen seit Planungsbeginn. Laut Bezirksamt soll im Frühjahr 2016 mit den Abbrucharbeiten der alten Gebäude begonnen werden. Die Fertigstellung ist jetzt für Anfang 2019 vorgesehen. (tel)
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