Restaurierung geht voran

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Die Schäden am Dach waren so massiv, dass saniert werden musste. Auch um die Mosaikfenster zu bewahren Foto: Grell

Spenden machen die Kreuzkirche in Wandsbek fit für nachfolgende Generationen

Von Karen Grell
Wandsbek
Nach der großen Spendenaktion für die Kreuzkirche in Wandsbek im Dezember des vergangenen Jahres ist es nun endlich soweit: Der erste Bauabschnitt zur Sanierung der Kirche konnte begonnen werden. „Wir haben uns sehr über die vielen Spenden und die große Aufmerksamkeit aus dem Stadtteil und der Gemeinde gefreut und danken allen, die gespendet haben“, so Pastor Karl Grieser. Bisher kamen durch die große private Spendenbereitschaft fast 38.000 Euro zusammen, und und auch weiterhin gehen Zuwendungen ein. Stiftungsgeld und der Eigenanteil der Kreuz-Kirchengemeinde machen es möglich, dass nun zuerst die Schäden im Dachstuhl und die Schimmelproblematik der Kirche behoben werden können. Dazu werden unter anderem marode Dachbalken ersetzt und die Kirchenfenster mit einer Lüftungsautomatik ausgestattet. „Wenn man dann tatsächlich oben über das große Baugerüst in das Dach klettert und sieht, wie die Arbeiten voranschreiten, ist das ein geniales Gefühl“, berichtet Pastorin Jil Becker, die während der gesamten Bauphase die Arbeiten begleiten wird. Bereits seit 106 Jahren steht die Kreuzkirche in Wandsbek nahe dem Eichtalpark und hat auch den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. Bis heute empfinden viele die Kirche sogar als Wahrzeichen des Quartiers. Schon 1910 waren es vor allem Stiftungen aus Wandsbek, die der Kirche zu neuem Glanz verholfen hatten. Ein Taufbecken, eine Orgel, der Altar, die Kanzel und eine Turmuhr wurden damals gestiftet. Der aktuelle Sanierungsbedarf bezieht sich im ersten Bauabschnitt auf die tragenden Balken in der Dachkonstruktion. Einige davon seien verdreht und sogar vom Reißen bedroht. Das gesamte Dach sei dadurch in Gefahr und müsse dringend gesichert werden. Der zweite Schwerpunkt liege in der Dachdeckung, die undicht ist. Zur neuen Eindeckung und der Beseitigung der Holzschäden musste die gesamte Kirche kostenaufwändig eingerüstet werden. Die zurzeit hohe Luftfeuchtigkeit im Kirchenschiff soll dann durch weitere Teilfenster mit Öffnungsautomatik behoben werden, um in Zukunft der erneuten Gefahr von Schimmelbildung entgegenzuwirken. Durch das Anbringen von Außenfühlern wird nach der Sanierung die Raumfeuchte ermittelt und die Regulierung durch automatisches Fensteröffnen eingeleitet. Reicht die Belüftung über die Fenster dann nicht aus, wird durch eine Abluft-Anlage im Dachbereich die feuchte Luft abgesaugt. Ein weiterer Schritt gegen Schimmel soll das Entfernen der Teppiche im Bereich des Altars und der Empore sein. Der zweite Sanierungsabschnitt betrifft dann die Orgel, die durch die Feuchtigkeit stark beeinflusst wurde. „Das Instrument muss komplett gereinigt werden“, erklärt Pastor Karl Grieser. Die Kosten für beide Bauabschnitte werden auf derzeit 755.000 Euro geschätzt: „Die Kirche soll eben gleich für die nächsten Generation saniert werden.“
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