Rettet das Torhaus!

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Das Torhaus Eichtalpark an der Ahrensburger Straße Fotos: Schlichtmann

Bezirksamt ist Eigentümer – doch wer mietet das verfallene Kleinod?

Von Klaus Schlichtmann
Wandsbek. Es ist zwar kein herausragendes Wahrzeichen Wandsbeks, aber doch ein kleines, bemerkenswertes Bauwerk aus einer vergangenen Epoche: Gut 20 Meter lang erstreckt sich das Torhaus Eichtalpark an der Ahrensburger Straße - ein denkmalgeschütztes Rotklinkergebäude aus dem Jahr 1927. Die durch Arkaden geschmückte Toranlage wird flankiert von zwei Sandstein-Sphingen aus dem Gottorper Palais, sie wurden erst vor sieben Jahren aufwändig restauriert. Ursprünglich diente das Ensemble als schmuckes Toilettenhäuschen mit Aufenthaltsraum - heute aber macht es einen verwahrlosten Eindruck: Graffiti-Schmierereien an den Wänden, ein marodes Dach, durchgerostete Regenrinnen. Und das Gebäude selbst scheint für einige Menschen ein gelegentliches Übernachtungs-Quartier zu sein, leere Bierdosen, Matratzen, Müll und ein alter Gartengrill deuten jedenfalls darauf hin.  Das kleine Gartengrundstück um das Torhaus ist ebenfalls verwahrlost und vernachlässigt.
„Ein trauriger Zustand, der so kaum länger zu ertragen ist“, klagt Dr. Sigrid Curth vom Verein „Geschichtswerkstatt Wandsbek“. „Es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf, bevor Feuchtigkeit und Vandalismus das Torhaus noch mehr ruinieren!“ Wie Sigrid Curth wünscht sich auch Rainer Schünemann eine rasche Sanierung des 87 Jahre alten Gebäudes. „Es ist ein Jammer, dass dieses Denkmal in solch einem beklagenswerten Zustand ist“, erklärt der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bezirk Wandsbek. Eigentümer des Torhauses ist das Bezirkamt Wandsbek. Dies war eine der Fragen, die am Montag Abend im Hauptausschuss beantwortet wurden.
Wie Bezirksamtssprecherin Lena Voß auf Anfrage mitteilte, habe es in der Vergangenenheit Versuche gegeben, das Torhaus zu vermieten. Jedoch ohne Erfolg. Es gebe seites der Behörde zurzeit keine Pläne, das Gebäude wieder herzurichten.
Knapp 50 Quadratmeter Nutzfläche würde das Torhaus am Eichtalpark nach einer Entkernung bieten. Dr. Sigrid Curth: „Es wäre schön, wenn sich ein Träger finden ließe, der aus diesem historischen Kleinod einen kulturellen Stadtteil-Treffpunkt schafft, für Lesungen oder kreative Projekte zum Beispiel.“
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