Rote Karte für Raser

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Die Raser wurden mit einem roten Daumen bedacht. Wer alles richtig machte, bekam den grünen Daumen Foto: Grell

„Auf die Bremse, fertig, los!“: Verkehrserziehung mit der Tonndorfer Grundschule

Von Karen Grell
Tonndorf
„Auf die Bremse, fertig, los!“ heißt ein Projekt zur Verkehrserziehung, das Schule macht. Es wird von der gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit, die das Projekt in allen Bundesländern organisiert. Kinder lernen dabei Geschwindigkeiten und Bremswege besser einzuschätzen. Jetzt war die Grundschule Tonndorf dabei.
Bestandteil des Lehrplans ist das Programm für mehr Sicherheit für Kinder auf dem Schulweg allein aufgrund der aktuellen erschreckenden Zahlen aus Verkehrsstatistiken: Fast 30.000 verunglückte Kinder gibt es im Jahr in Deutschland, darunter auch viele Todesfälle. Hinter dem Schicksal steckt oft ein unwissendes Verhalten der jungen Schüler im Straßenverkehr, aber auch die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer, die trotz Zone 30 vor Schulen und Kitas aufs Gaspedal treten. „Viele Autos fahren zu schnell und die Fahrer lassen uns nicht über den Zebrastreifen gehen“, beschwert sich Julia (9) „und das, obwohl wir doch da Vorfahrt haben“.
Deshalb ging es bei dem zweitägigen Projekt an der Grundschule vor allem auch um Geschwindigkeit. Zwei dritte Klassen standen nur ein paar Meter hinter dem „Blitzer“ im Rahlaukamp, um den Rasern den roten Daumen nach unten zu zeigen. Ein roter Ford mit weit über 40 kmh fährt in die Geschwindigkeitsfalle. „Buh“, die Schüler reißen die rote Karte in die Luft. Der nächste Wagen fährt vorsichtig und aufmerksam an den Kindern vorbei: „Bravo, alles richtig gemacht“, loben die Kinder mit dem grünen Daumen nach oben.
„Alle 18 Minuten kommt in Deutschland ein Kind im Straßenverkehr zu Schaden“, berichtete Ursula Auer von der gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit. Der Hauptgrund dafür sei, dass Kinder plötzlich und oft ohne Ankündigung die Fahrbahn überqueren. Kinder könnten noch nicht einschätzen, was schnell und was langsam ist. Genau deshalb gab es auch schon vor der Geschwindigkeitsmessung auf der Straße einen Parcour in der Turnhalle, auf dem die Schüler mit eigenen Fahrzeugen selber ihren Bremsweg einschätzen sollten. Am Freitagmorgen gingen einige Raser in die Blitzer-Falle und wurden durch die Buh-Rufe der Kinder dazu alarmiert, mehr Rücksicht zu nehmen.
Da es sich an diesem Tag um eine Übung für die Schüler handelte, gingen die Fahrer ohne Knöllchen aus. Die warnenden Gesichter der Kinder, werden sie aber hoffentlich nicht mehr vergessen.
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