Rumänen kaufen Kirche

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Große und kleine Mitglieder der rumänisch-orthodoxen Kirche beim Gottesdienst. Vorbesitzer war die Neuapostolische Kirche, die einige Standorte in Hamburg aufgibt Foto: Weber

Orthodoxe Gemeinde erwirbt Gotteshaus für 400 000 Euro

Farmsen. Eineinhalb Jahre lang stand die Kirche am Tegelweg 151 leer. Jetzt ist neues Leben in den ockerfarbenen Ziegelbau eingezogen: Die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde „Heiliger Johannes der Täufer“ hat das Gotteshaus, das bis April 2012 von der Neuapostolischen Kirche genutzt wurde, erworben. Jetzt gab es einen großen Festakt zur Eröffnung.
Rund 100 Menschen hatten sich zum Segensgottesdienst versammelt, um die „neue“ Kirche zu feiern, darunter auch Unternehmer Klaus Rainer Kirchhoff, Honorarkonsul Rumäniens in Hamburg. Was zunächst am meisten auffällt: Auf der Kirche, die 1976 erbaut wurde, fehlt nun das Kreuz auf der Dachspitze, an der Front prangt eine Ikone. „Hausherr“ des rumänisch-orthodoxen Gotteshauses in Farmsen ist Pfarrer Calinic Constantin Vintila, 40.
Er freut sich: „Wir haben schon lange eine eigene Kirche in Hamburg gesucht, jetzt hat es endlich geklappt.“ Seit 2007 ist er in der Hansestadt, um hier im Auftrag der Rumänisch-Orthodoxen Metropolie für den Norden Deutschlands eine Pfarrei aufzubauen. Nach Stationen in der Marienkapelle St. Bonifatius in Eimsbüttel und der St. Gabriel-Kirche in Eidelstedt fand die Gemeinde mit der Johannes-Kirche in Farmsen nun eine Heimat.

Doch kein Wohnungsbau

Rund 400.000 Euro plus 50.000 Euro Nebenkosten betrug der Kaufpreis für das Gotteshaus. Das Grundstück 1769 Quadratmeter groß. Nach Informationen des Wochenblattes gab es dort Pläne – und bereits Interessenten – für den Bau von Wohnungen beziehungsweise Reihenhäusern. Das Areal sei jedoch explizit für die Nutzung durch eine Kirche vorgesehen, wie Pfarrer Vintila erklärt.
Rund 100.000 Euro brachte die Gemeinde aus eigenen Mitteln auf, der Rest wird über einen Bankkredit finanziert. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde umfasst derzeit rund 400 Mitglieder, davon sind etwa 150 regelmäßig im Gottesdienst und „sehr aktiv“.

Kindergarten möglich

Bis Weihnachten treffe man sich täglich, so Pfarrer Vintila, außerdem werde das Gemeindezentrum Anlaufstelle für Rumänen in Hamburg. Angedacht seien, in Zusammenarbeit mit der Handelskammer und dem Honorarkonsulat, Sprachkurse oder Beratungszeiten. Die Zahl der Rumänen in der Metropolregion wird auf etwa 3.000 geschätzt.
Müssen die Nachbarn nun damit rechnen, dass auch Wohnungslose hier unterkommen? Nein, so Pfarrer Vintila, „es gibt ja nicht einmal eine Wohnung für mich.“ Noch nicht, muss man sagen: Der rückwärtige Teil der Kirche soll aufgestockt werden für eine Pfarrwohnung. Auch weitere Bauten, zum Beispiel für einen Kindergarten, seien auf dem Gelände möglich. Die Anwohner am Tegelweg sollen bei einem Tag der offenen Tür Gelegenheit haben, ihre neuen Nachbarn besser kennenzulernen. Ein Termin steht noch nicht fest, voraussichtlich wird er im Februar oder März liegen. (sta)
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