Schrotträder sind ein Unfallrisiko am Gehweg

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Ein älteres Ehepaar überquert die Kreuzung an der Wandsbeker Chaussee. Zum Glück haben sie das Rad noch rechtzeitig gesehen Foto: Grell
Hamburg: Wandsbeker Chaussee |

Ausgeschlachtete Fahrräder behindern Fußgänger in Wandsbek

Karen Grell
Wandsbek
Fahrräder werden in Hamburg leider im gefühlten Minuten-Takt gestohlen und das in allen Stadtteilen. Auch in Wandsbek ärgerte sich schon manch U-Bahnfahrer, der am Abend mit dem Rad von der Station nach Hause fahren wollte, über das liegengelassene Schloss seines Zweirades, von dem dann jede Spur fehlte. „Ich fahr nur noch mit unserem Schrotti zur Bahn“, erklärt Miriam (30), die keine Lust mehr hat, sich noch eins ihrer Fahrräder stehlen zu lassen. „Dieses ist so alt und klapperig, da interessiert sich niemand mehr für.“

Der Rahmen bleibt zurück

Doch auch als Ersatzteillager werden viele Räder ausgeschlachtet und zurück bleibt dann oft nur der blanke Rahmen. Lenker, Sattel, Klingel und Reifen lassen sich gut wiederverwenden und sind wohl auch leichter zu entwenden als ein komplettes Fahrrad. Dass die zurückgelassenen Metallrahmen mit verbogenen Schutzblechen, die in die Luft ragen und abgebrochenen spitzen Speichen dann zu einer Gefahr für alle Passanten werden, scheint die Diebe wenig zu interessieren. Immer wieder gibt es von der Polizei Aktionstage, an denen die abgestellten und nicht mehr funktionstüchtigen Fahrräder entsorgt werden, doch bis dahin liegen viele der bereits ausgeschlachteten Räder quer über die Fußgängerwege überall im Bezirk verstreut und werden zu ungeahnten Gefahrenquellen.

Fahrradbügel ausreichend vorhanden

Direkt an der Ampel gegenüber der S-Bahnstation Wandsbeker Chaussee wäre ein älteres Ehepaar, das hier in das neue Einkaufszentrum wollte, beinahe mit dem Rolllator an dem Gestänge eines ausgeschlachteten Fahrrades hängengeblieben. „Das ist ja lebensgefährlich“, ärgern sich die beiden Wandsbeker, die nicht verstehen können, warum direkt an einer Ampel überhaupt ein Fahrrad angeschlossen werden muss. Überall im Bereich der U- und S-Bahnen in Wandsbek gebe es Metallbügel, an denen die Räder gut und sicher abgestellt werden können. An einem Verkehrsschild, neben Fußgängerüberwegen und an Ampeln hätten Fahrräder grundsätzlich nichts zu suchen. Umso wichtiger, dass die Räder, die bereits ein Unfallrisiko bedeuten, lange vor dem nächsten Aktionstag zur Fahrradentsorgung entfernt werden, bevor sich jemand ernsthaft verletzt.
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