Schulorchester plant Weltrekord

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Joshua Behnke (vorne links) spielt im Schulorchester die erste Geige Foto: JBG

Nachwuchs-Musiker des Johannes-Brahms-Gymnasiums spielen im Juli im Frankfurter Stadion

Von Hendrik Wonsak
Bramfeld
Kontinuierlich, rhythmisch und präzise wippt Joshua Behnke mit seinem rechten Fuß. Ein letzter Blick auf das Notenblatt und schon setzt er seinen Bogen an die Saiten seiner Geige an. Der vierzehnjährige Schüler des Johannes-Brahms-Gymnasium in Bramfeld ist Stimmführer und Konzertmeister des hauseigenen Schulorchesters. Er hat nur wenig Zeit, um Fragen zu beantworten und sein Blick wandert immer wieder zu den wartenden Mitgliedern des Ensembles, denn momentan zählt jede Minute der wöchentlichen Proben. Anfang Juli fährt das komplette Schulorchester nach Frankfurt, um bei „Wir Füllen Das Stadion“ in der Commerzbank Arena einen neuen Weltrekord aufzustellen. Wo sonst der Fußballverein Eintracht Frankfurt seine Heimspiele ausrichtet, werden an diesem Tag 10.000 Musikerinnen und Musiker, die so noch nie zusammen gespielt haben, versuchen, das größte Orchester der Welt zu bilden.

Gemeinsam siegen


Das Ensemble des Johannes-Brahms-Gymnasium ist als einziges Schulorchester Hamburgs mit dabei. Seit ungefähr einem halben Jahr proben die Schülerinnen und Schüler, gemeinsam mit den beiden Musiklehrern Jens Illemann und Constantin Grun die insgesamt vier Stücke, welche im Juli, unter Leitung des Echo-Preisträgers Wolf Kerschek, in Frankfurt gespielt werden sollen. „Für uns ist es etwas ganz besonderes, bei so einem großen Event dabei zu sein. Das ist gut für die Gemeinschaft und die Identifikation mit der Schule“, sagte Christoph Preidt, seit 2011 als Schulleiter am Johannes-Brahms-Gymnasium aktiv ist. Bereits ab der fünften Klasse bietet die Schule sogenannte Profilklassen an, in denen die Schüler in ihren jeweiligen Stärken und Talenten gefördert werden. Neben einem athletischen und einem naturwissenschaftlichen Förderzweig besteht die Möglichkeit, sich vermehrt auf den Musikunterricht zu konzentrieren. Aus diesem Musikprofil entstand auch das Schulorchester, welches in wenigen Monaten vielleicht aus Weltrekordhaltern bestehen wird. „So oft bekommt man nicht die Möglichkeit, mit so vielen Leuten gemeinsam zu musizieren“, sagte Kira (15), „das wird bestimmt eine coole Erfahrung.“ Die Schülerin spielt im Orchester die Euphonie, eine „Mini-Tuba“, wie sie sagt. Außerhalb der Schule ist sie in keinem Ensemble und keiner Band, größere Auftritte sind deshalb neu für sie. Für Joshua sind große Bühnen nichts Neues. Zusammen mit seinem Freund Emre, der auch zu den Streichern des Schulorchesters gehört, spielt er mit dem Felix-Mendelsohn-Jugendsinfonieorchester in ganz Deutschland. Ihm geht es bei „Wir Füllen Das Stadion“ nicht ausschließlich um die Musik. „Ich freue mich schon jetzt auf die Busfahrt nach Frankfurt“, sagte er, „solche Klassenfahrten werden ja eigentlich immer ganz witzig.“
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