Sicher zurück von der Disko

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Fordern mehr Busse nach Trittau an Wochenendnächten: Oliver Schweim (Grüne), Isabel Adomeit, Jasmina Schmidt und Tim Meißner (von links) Foto: Glitz

Grüne wollen besseres Busangebot Trittau – Rahlstedt für junge Nachtschwärmer

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
„Es ist der beste Club hier in der Gegend“, sagt Tim Meißner (23) aus Barsbüttel. Gemeint ist die Großraumdiskothek „Fun Parc“ in Trittau, eines der wenigen Angebote zum Feiern und Tanzen für Jugendliche im Osten Hamburgs. Doch leider ist der beliebte Treffpunkt vor den Toren der Stadt ohne Auto schwer zu erreichen. Der Hinweg ist mit der Buslinie 364 ab Rahlstedt kein Problem. Zurück schon eher: Der letzte Bus fährt um 23 Uhr 46. „Das ist deutlich zu früh für das Ende eines Diskobesuches“, findet Oliver Schweim von der Bezirksfraktion der Grünen. Einen Nachtbus gibt es nicht, der erste 364er zurück nach Rahlstedt fährt um 6 Uhr 46. Es bleibt also nur die Fahrt mit dem eigenen Auto oder mit dem Taxi.
„Die Rückfahrt nach Hause kostet mich 80 bis 90 Euro, da überlegt man sich zweimal, ob man nach Trittau fährt“, sagt Isabel Adomeit (16) aus Eilbek. „Es ist schwer, überhaupt ein Taxi zu kriegen“, ergänzt Tim Meißner. Und die Rückfahrt mit dem eigenen Auto ist nicht ungefährlich. Erst im Januar verunglückte ein 19-Jähriger bei Großensee auf dem Heimweg vom „Fun Parc“. Bei dem Unfall gab es vier teils schwer Verletzte. Darunter war auch ein 16-jähriges Mädchen. Beim Fahrer stellte die Polizei einen Alkoholwert von 1,0 Promille fest. Um genau solche Unfälle zu vermeiden, gab es ab Ende 2001 schon einmal einen Disko-Bus zwischen Rahlstedt und Trittau. Der Service endete mit der Insolvenz der Diskothek „New Elephant“. Die Grünen haben jetzt im Regionalausschuss Rahlstedt beantragt, die Busanbindung zu verbessern und die letzte Abfahrtszeit des letzten 364er-Busses nach hinten zu schieben.
Konkret soll der HVV prüfen, ob in der Nacht zu Sonnabend und Sonntag jeweils zusätzliche Busse ab Trittau fahren können, und zwar bis mindestens 4 Uhr. Die Busse sollen nachts bis vor die Disko fahren. Bislang liege ein 900 Meter langer Fußweg zwischen Haltestelle und „Fun Parc“, der von vielen Besuchern als gefährlich empfunden werde. Der Antrag wurde im Ausschuss einstimmig angenommen. Auch Jasmina Schmidt unterstützt diese Idee. „Meine Eltern machen sich dann bestimmt weniger Sorgen“, sagt die 16-Jährige aus Rahlstedt. „Ich könnte mir vorstellen, dass eine größere Zahl von Jugendlichen dieses Angebot nutzen würde“, ergänzt Oliver Schweim von den Grünen. Kosten und Wirtschaftlichkeit seien natürlich für den HVV wichtige Aspekte. Die Jugendlichen wollen nun für den Disko-Bus werben und in der Disko Unterschriften dafür sammeln.  
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