Sie wollen unbedingt einen Zaun in Hamburg

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Mandy und Marcel Gardetzki fühlen sich unverstanden. Sie haben durch den fehlenden Zaun an der Terrasse Angst um ihre Kinder Foto: kg

Eltern fürchten im Berner Heerweg um die Sicherheit ihrer beiden Kinder

Hamburg. Sie wollten noch einmal ganz neu anfangen: Familie Gardetzki hat sich nach einem tragischen Schicksalsschlag für einen Umzug aus der Busbrookhöhe in Berne nach Farmsen entschieden. Die Genossenschaftswohnung im Berner Heerweg war dabei ein Glücksfall. „Es gab nur noch drei freie Wohnungen“, berichtet Mutter Mandy. Sie freute sich zusammen mit ihrem Mann Marcel und den Kindern Lian-Cyrus (2) und Rijah Talea Jenny (1) über die Terrassenwohnung. Mit den Kindern im Sommer draußen Grillen, dabei ein kleines Planschbecken aufstellen. So hatten sich die Eltern die Zukunft mit ihren ein und zwei Jahre alten Kindern vorgestellt.
Die Realität sieht allerdings anders aus. „Leider ist die Terrasse zur Straße hin offen. Wir müssen ständig aufpassen, damit keines der beiden Kinder auf die Fahrbahn läuft“, bedauert Mandy Gardetzki das bauliche Versäumnis. Vater Marcel ist mit der Wohnungsbaugenossenschaft von 1902 in Kontakt getreten. Er hat darum gebeten, durch einen kleinen Zaun die Sicherheit seiner Kinder zu gewährleisten.

30-Zone für den Berner Heerweg?

„Wir sind gern bereit, auf die Wünsche unserer Mieter einzugehen“, kommentiert Holger Fehrmann vom Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft von 1902 die Situation. „Wir müssen aber auch beachten, was wirklich umsetzbar ist.“ Ein fest installierter Zaun würde zum einen die Feuerwehrzufahrt blockieren und zudem die Pflege der Rasenflächen vor den Terrassen unmöglich machen. „Gemietet hat jeder Bewohner ausschließlich seine Terrasse, danach beginnt die Gemeinschaftsfläche“, so Fehrmann. Spätestens ab Anfang April soll wenigstens die Buchenhecke verdichtet werden, um die Einsichtigkeit in die Wohnungen zu minimieren und die Sicherheit der Kinder zu gewähren.
Das Argument der Genossenschaft, dass auch der Gesamteindruck optisch ins Bild der Wohnanlage passen müsse, hat die Eltern nicht überzeugt „Wie kann Optik vor Sicherheit eines Kinderlebens gehen?“, fragen sich die Gardetzkis. Sie sind sauer und fühlen sich von der Wohnungsbaugesellschaft unverstanden. Holger Fehrmann hingegen verweist auf die Aufsichtspflicht der Eltern und sagt: „Bei einem Neubau muss sich einiges auch erst entwickeln.“ Einer neu gepflanzten Hecke muss die Chance gegeben werden, im Frühling zu wachsen. Keine Lösung für die jungen Eltern, die nur einen Zaun als wirklich sicher empfinden. Nun wollen sie mit dem Bezirk ins Gespräch kommen, um für den Bereich im Berner Heerweg eine Zone 30 durchzusetzen.
„Uns ist es wichtig, mit unseren Mietern gut auszukommen“, so Fehrmann. Er hätte nichts dagegen, wenn die Familie Gardetzki einen Zaun direkt am Ende ihrer Terrasse noch vor der Grünfläche setzen würde. „Irgendeine Lösung werden wir hier für die Sicherheit unserer Kinder schaffen müssen“, betonen die Eltern von Lian und Rijah. Sie wollen sich über die neue Wohnung freuen und im Sommer endlich auch die Terrasse sorglos nutzen. (kg)
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