Soccer-Feld für EKG zum Fest

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Der Kästner-Kessel kann bald eingeweiht werden. Das freut: hinten v. li. Joachim Gerner, Thomas Schreitmüller, Thorsten Schöß-Marquardt und Arno Weisheit sowie vorn, v. li.: Marvin Schell, Ben Burse und Felix Jedamzick Foto: Möller
 
Noch nutzen die Schüler das alte Spielfeld – aber in Kürze wird sich das ändern Foto: Möller

Schüler in Barsbüttel planten und realisierten 66.000 Euro teuren Bau jahrelang mit

Von Christa Möller
Barsbüttel
Den Namen hatten Schüler der Erich Kästner Gemeinschaftsschule (EKG) in einem internen Wettbewerb vorgeschlagen, und auch hinsichtlich des Entwurfs wurden ihre Ideen umgesetzt. Quasi als Belohnung und etwas verfrühtes Weihnachtsgeschenk bekommen sie nun ihren Kästner-Kessel, ein multifunktionales Soccer-Feld, dessen Modell sie selbst gebaut haben. Es soll noch in diesem Jahr fertig sein.

Wenn die Schüler nach einem Pausenspiel auf dem alten Feld, dessen Umrandung mittlerweile zerstört ist und das einen Untergrund aus Lehmboden hat, in die Klassen zurück kamen, waren sie oftmals verdreckt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Anstoß zum neuen Soccer-Feld von den Lehrern kam. Jetzt grenzt eine Beton-Umrandung das Kunstrasenfeld ab – die Spielfläche ist neun mal zwölf Meter groß – das nicht nur zum Ballspielen in den Pausen, sondern dank zusätzlicher Tribüne für rund einhundert Zuschauer als Freilichttheater oder -kino dienen kann. Aber auch im Unterricht soll die vielseitig einsetzbare Anlage genutzt werden, beispielsweise für Referate, so Schulleiter Thorsten Schöß-Marquardt. Seine Schule dürfte in einem weiten Umkreis die einzige mit einem derartigen Angebot sein.

Schulverein trägt Kosten mit


Vor etwa vier Jahren begannen die ersten Planungen. Architekt Arno Weisheit, als Vater selbst im Schulverein, lud sieben interessierte Schüler in sein Büro ein, besorgte Material, Papier, Reißschienen. In der Schule sowie sonnabends im Architektenbüro erstellten die damals Dreizehn- bis Vierzehnjährigen dann mit seiner fachlicher Unterstützung die ersten Entwürfe für ihr Soccer-Feld. Anfang 2014 wurde die Idee im Rathaus vorgestellt. „Es ist interessant zu sehen, wie so was alles funktioniert“, sagt Schüler Ben Burse mit Blick auf Finanzierung und Genehmigung der Gemeinde. Der Siebzehnjährige findet den gesamten Prozess von der Idee bis zur Fertigstellung interessant und könnte sich vorstellen, selbst mal Architekt zu werden. Auch Marvin Schell, 17, ist beeindruckt, wie anspruchsvoll die Realisierung so eines kleinen Fußballfeldes sein kann.
Neben dem ehrenamtlichen Engagement der Schüler und des Architekten hat der Kästner-Kessel noch eine Besonderheit aufzuweisen: Die Finanzierung. Hier kommt der Schulverein ins Spiel, der 45 Prozent der Kosten von 66.000 Euro trägt.

Gemeinschaftlich gestemmt


„Auch das ist etwas, das nicht allzu häufig vorkommt. Das hat Vorbildcharakter bei schwierigen Haushaltslagen, dass man sich einbringen muss – gemeinschaftlich ist man stärker“, weiß Bürgermeister Thomas Schreitmüller. „Wenn es nicht so lange gedauert hätte, bis es fertig war, hätten wir das Geld auch nicht zusammengehabt“, sagt Joachim Germer, bis vor kurzem Vorsitzender des Schulvereins, augenzwinkernd. „Wir haben jahrelang darauf gespart. Der Schulverein wird überwiegend durch die Mitgliedsbeiträge der Eltern gefördert, dazu kommen Cafeteria-Erträge und Spenden der Sparkassenstiftung. Die Erlöse aus Spendenläufen der Schüler fließen ebenfalls in das Projekt, zu dem die Gemeinde 16.000 Euro beisteuert. Und auf Initiative des Umweltministeriums unterstützt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) das Projekt mit 25.718,41 Euro. „Es gehörte auch zum Projekt, Fördermittel mit einzuwerben“, sagt der Schulleiter. „Ich bin beeindruckt“, lobte der Bürgermeister die Schüler abschließend.
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