Sorge wegen Flüchtlingen in Hamburg

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Pavillonbauten wie diese im Poppenbüttler Weg in Hummelsbüttel sollen in Hohenhorst entstehen

Info-Veranstaltung in Hohenhorst zu geplantem Pavillondorf

Von Christian Ehrhorn
Hamburg. Der Leiter des Bezirksamtes Hamburg Wandsbek, Thomas Ritzenhoff, lud gemeinsam mit Vertretern der Sozialbehörde und von „fördern und wohnen“ zum Gespräch über die geplanten Unterbringung der Flüchtlinge in der Grunewaldstraße in Hohenhorst ein.

Information im Vordergrund

Der Saal des Jenfeld Hauses war zu Beginn der Veranstaltung gefüllt. Viele der Gästen dachten, es würde darum gehen, über die Planung zu diskutieren und die Anwohner in die Entscheidung über den Standpunkt mit einzubeziehen. So hatten die meisten die Einladung verstanden. Doch es ging vor allem um Information.
Ein Pavillondorf mit 18 Gebäuden soll auf dem Gelände entstehen. In jedem dieser zweigeschossigen Gebäude befinden sich vier Dreizimmerwohnungen mit Küche und Bad. In jedem Zimmer sollen zwei Personen unterbracht werden. Gegebenenfalls sollen Familien eine Wohnung für sich haben.
„Es geht nicht darum, ob die Unterbringungen kommen, sondern um das Wie,“ erklärte Thomas Ritzenhoff. „Es kommen von Tag zu Tag mehr Flüchtlinge in unsere Stadt, wir können einfach nur reagieren und müssen jede Fläche nutzen, die uns zur Verfügung steht.“
Auch um die Alster, in Blankenese und in den Walddörfen sollen neue Unterkünfte entstehen, fügte Ritzenhoff hinzu. „Darüber hinaus wird es im nächsten Jahr eine Gesetzesänderung geben, die es erlaubt, auch Hamburgs Grünflächen zu bebauen,“ fuhr der Bezirksamtsleiter fort. Als positive Auswirkung der Unterbringung in Hohenhorst nannte Ritzenhoff die Erweiterung der Busline 10 bis in die Grunewaldstraße.

Helfer für Integration gesucht

„Seit Jahren versuchen wir es zu erreichen, dass die Busline bis in unsere Straße erweitert wird. Immer hieß es, dies wäre nicht möglich. Aber kaum kommen die Flüchtlinge, geht es plötzlich“, bemerkte eine Besucherin.

„Bei der Integration müssen wir alle mithelfen.“
Thomas Ritzenhoff Bezirksamtsleiter


„Es geht um die Integration der Flüchtlinge. Zudem soll ihnen die Mobilität erleichtert werden,“ antwortete der Bezirksamtsleiter. „Aber wie soll eine Integration stattfinden, wenn die Leute an den Rand der Stadt abgeschoben werden?“, so eine Frage aus dem Publikum.
Auch darauf hatte Thomas Ritzenhoff eine Antwort: „Bei der Integration müssen wir alle mithelfen. Wir benötigen ehrenamtliche Helfer, die verschiedene Aufgaben übernehmen und diesen Leuten helfen sich in unsere Gesellschaft einzugliedern.“
Das werde an diesem Standpunkt fast unmöglich sein, meint Claudia Knaack. Hinter ihrer Gaststätte liegt der ehemalige Sportplatz, auf dem die Unterkünfte entstehen sollen.
„Hier wohnen viele sozial schwache Leute, auch Menschen mit Migrationshintergrund.“ Claudia Knaack: „Wir haben Verständnis für die Nöte der Flüchtlinge.“ Aber 400 Menschen seien zu viele.
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