Spielwiese verkauft

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Diese Anwohner wollen „ihre Wiese“ als freie Fläche zurückhaben Foto: rg

Zentrale Grünfläche am Pogwischrund jetzt Privatbesitz

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
„Wir wollen unsere Wiese wiederhaben!“, das ist die Forderung vieler Anwohner am Pogwischrund. Es geht um eine offizielle Brachfläche in der ruhig gelegenen Reihenhaussiedlung aus den 1950-er Jahren. „Seit 60 Jahren wurde die Wiese für Hochzeiten, Kinderfeste oder Sport genutzt. Früher gab es hier sogar ein Spielgerät“, sagt Carsten Scheinpflug, der selbst in der Siedlung aufgewachsen ist. Er hat alte Fotos und Briefe gesammelt und dokumentiert. Im vergangenen Herbst war mit dem Spielen Schluss. Ein entsprechender Zettel wurde in der Siedlung verteilt. Dann wurde ein Holztor am Eingang zur Fläche aufgestellt. Die Eigentümerin der Grünfläche, die Hamburg-Rahlstedter Baugenossenschaft, habe die Wiese verkauft. An eine Anliegerin, die künftig keine Fußball spielenden Nachbarskinder mehr wollte, erzählen die Anwohner. „Wir waren geschockt. Das war das Aus für unsere Wiese“. Die betroffenen Kinder zogen daraufhin durch die Siedlung und sammelten 130 Unterschriften für den Erhalt der Spielfläche. Der Verkauf ist aus Sicht vieler Anwohner nicht korrekt gelaufen. Die Mitglieder der Genossenschaft seien nicht gefragt worden, die Notarin nicht befugt gewesen. Auf Anfrage der verärgerten Eltern erklärte die Hamburg-Rahlstedter Baugenossenschaft, „dass der Verkauf des Grundstückes bereits vollzogen wurde und wir hierzu keine weiteren Inhalte darlegen können. (…) Eine offizielle Nutzung der Wiese als Spielplatz war und ist uns nicht bekannt.“ In einem Brief aus dem Jahr 1956 ist allerdings noch von einem Spielplatz mit Karussell die Rede, zugelassen für Kinder bis 12 Jahre.

Bagger buddelt Gräben


Nun wollen die engagierten Anwohner den Verkauf möglichst rückgängig machen. „Die Genossenschaft muss die Fläche für künftige Generationen erhalten“, fordert Carsten Scheinpflug. Die Kinder hocken nun häufig vor dem PC oder spielten auf der Straße. „Wir wollen eine einvernehmliche Lösung“, sagt er. Optimal wäre eine generelle Zusage. Immerhin tut sich etwas auf der Fläche: Ein Gartenbaubetrieb buddelt derzeit tiefe Gräben. Diese sind wichtig für die Entwässerung am Pogwischrund. Früher habe es eine Rundleitung gegeben, erzählen die Anwohner. Diese sei jedoch lange nicht gewartet worden. Daraufhin seien die Fallrohre verstopft und die Keller feucht geworden.
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