Stadtteil Hamburg-Mitte vergammelt

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Hier spielen schon lange keine Kinder mehr Fotos: Glitz

Anwohner kritisieren verwahrlosten Spielplatz und Zustand der Fußgängerbrücke

Von Rainer Glitz
Hamurg. Die Spielgeräte stammen augenscheinlich aus den 70er Jahren, nur die Rutsche ist neueren Datums. In den bunten Betonröhren wächst Unkraut, überall liegt Laub, jemand hat kaputte Gehwegplatten illegal entsorgt. Damit nicht noch mehr Müll dazukommt, wurde der Spielplatz zwischen dem Marktgelände am Jenfelder Einkaufszentrum und dem Parkhaus mit einem Zaun umzogen. „Das ist ein Schandfleck“, findet Klaus Öhrke, der seit 1975 in Jenfeld wohnt. Damals hätten die Kinder dort noch gespielt. „Inzwischen aber ist hier niemand mehr, der den Spielplatz nutzt.“ Seit Jahren werde denn auch nichts gemacht. „Im Parkhaus wurde wenigstens noch renoviert und gestrichen“, sagt Öhrke.
Auch der Zustand der blauen Fußgängerbrücke über die Rodigallee bereitet ihm Sorge. Überall ist Rost zu sehen, Gras wächst auf dem Gehweg, Granulat aus dem vorletzten Winter liegt noch herum. „Die Brücke wird kaum noch von Fußgängern genutzt“, so Öhrkes Beobachtung. Im Zweifel sei es vermutlich billiger, die Brücke abzureißen, als sie zu sanieren. Das gelte wohl auch für den verwahrlosten Spielplatz. Angesichts der knappen Fläche für den Markt und der Parksituation sei es besser, die alten Spielgeräte abzubauen und die Fläche entsprechend anders zu nutzen. „Ich möchte, dass sich überhaupt jemand um diese Missstände kümmert“, sagt Klaus Öhrke. In Sachen Spielplatz hatte er sich zunächst an das Center-Management gewandt. Dieses sei nur für den Innenbereich des JEN zuständig, erfuhr er dort. Dann wandte sich Öhrke an die Jenfelder SPD-Bezirksabgeordnete Claudia Mahler.
Die SPD-Fraktion stellte daraufhin einen Antrag, der in der letzten Sitzung der Bezirksversammlung Wandsbek einstimmig angenommen wurde. Seit Jahren verkomme das JEN mit all seinen Nebenschauplätzen wie Spielplatz, Parkhäusern, „blauer Brücke“ und Marktgelände, heißt es darin. Und weiter: „Hier verrostet und vergammelt ein zentraler Punkt des Stadtteils“. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, sich mit dem Eigentümer des Jenfelder Einkaufszentrums in Verbindung zu setzen und sich für eine Sanierung des Centers einzusetzen, so die Forderung der Abgeordneten. Nun kommen allerdings erst einmal die Wahl und die Sommerpause dazwischen, dann wird das Thema im entsprechenden Ausschuss behandelt. „Vor September wird deshalb vermutlich gar nichts geschehen“, bedauert Klaus Öhrke.
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