Stadtteilcafé in Steilshoop vorerst gerettet

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Das Cafe des gemeinnützigen Trägers Alraune gGmbH in Steilshoop war kurzzeitig von Schließung bedroht. Geschäftsführerin Petra Lafferentz ist froh über die Lösung, die die Bezirksversammlung fandFotos: Sobersko

69.000 Euro für Alraune-Projekt aus Überbrückungsfonds

Steilshoop. Wieder einmal drohte das Aus für eine soziale Einrichtung im Stadtteil, diesmal war das Alraune Stadtteilcafé betroffen. Vor dem Hintergrund einer drohenden Lücke von 116.000 Euro/Jahr für Mieten, Fachpersonal, Sach- und Organisationskosten sah die Bezirksversammlung interfraktionell „dringenden Handlungsbedarf“. Auch die Sozialbehörde wurde eingeschaltet. Die Bezirksverwaltung wird in einem aktuellen Beschluss gebeten, den im Überbrückungsfonds zur Verfügung stehenden Rest in Höhe von 68.920,10 Euro zur kurzfristigen Überbrückung der gestrichenen Arbeitsmarktmittel für das Projekt „Cafe Steilshoop“ bereit zu stellen.
Hintergrund: Seit 25 Jahren bereichert das nicht-kommerzielle Stadtteilcafé Steilshoop den Stadtteil mit seinem Angebot preiswerter und nicht-alkoholischer Gastronomie im Herzen Steilshoops. Das Stadtteilcafé bietet aber nicht nur Speisen und Getränke, sondern auch Ausbildungsplätze und Arbeitsgelegenheiten für langzeitarbeitslose Bewohnerinnen an und wendet sich dabei besonders an allein erziehende Mütter.
Trotz Unterstützung dieses besonderen Projektes für Steilshoop durch die Fachbehörden für Bildung und Soziales, durch die bezirklichen Gremien Wandsbeks und auch durch den Hotel- und Gaststättenverband überraschte vor einigen Wochen die team.arbeit.hamburg den gemeinnützen Träger „Alraune“ mit der Nachricht, ab Januar würde die Finanzierung von Arbeitsgelegenheiten eingestellt, weil keine strengen Bedürftigkeitsprüfung am Café-Eingang durchgeführt würde. Eine solche Prüfung wird seit jeher vor Ort abgelehnt, denn sie ließe sich mit dem Charakter als
„Stadtteilcafé“ nicht vereinbaren. Es ist bekannt, dass die Kaufkraft im Quartier niedrig ist und weiter sinkt und dass daher eine solche Einrichtung – zu Marktpreisen betrieben - von vielen Steilshooper/innen nicht genutzt werden könnte.
„Diesmal haben alle an einem Strang gezogen, um das Problem sofort zu lösen“, sagt eine erleichterte Petra Lafferentz, Geschäftsführerin der Alraune gGmbH. Die politischen Parteien, Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff, Vertreter von team.arbeit.hamburg, die Behörde für Arbeit, Familie und Integration (BSAFI), sowie Alraune selbst hatten sich alle für eine einvernehmliche Lösung eingesetzt. Und eine gefunden: Die derzeitigen Mitarbeiter dürfen weiterarbeiten und erhalten eine Ehrenamtspauschale.
Ab Sommer nächsten Jahres werden im Cafe von Alraune 25 ledige Mütter über 27 Jahre ohne Berufsausbildung dort eine Vorqualifizierung im Bereich Gastronomie machen. Finanziert werden kann dies durch Restmittel aus dem Quartiersfonds. „Diese Frauen, die sonst keinerlei Chance auf eine Ausbildung haben, bekommen hier die Möglichkeit einer Vorqualifizierung zur Köchin oder Hauswirtschaftlerin“, so Lafferentz.(ts)
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