Stadtvillen auf Pferdewiese?

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Die feuchte Wiese am Sonnenweg ist zu einem Paradies für Vögel gewordenFoto: Jenssen

Sonnenweg: Anwohner befürchten Probleme durch Neubau von 120 Wohnungen

Von Martin Jenssen
Tonndorf/Farmsen-Berne. Wenn es nach dem Willen der Baufirma Behrendt Wohnungsbau geht, sollen Ende 2014 die Bauarbeiten auf der zur Zeit brach liegenden Wiese am Sonnenweg/Ecke Kupferdamm beginnen. Rund 120 Wohnungen in sogenannten Stadtvillen sollen dort auf dem ehemaligen Gelände von „Tinas Ranch“ entstehen; 30 Prozent davon als öffentlich geförderter Mietwohnungsbau. Doch jetzt regt sich erneut Widerstand gegen die Bebauung der Wiese.
Überflutungsgebiet
In einem Brief von Anwohnern an den Vorsitzenden der Bezirksversammlung Hans-Joachim Klier heißt es: „Wir rügen die ungenügende Abwägung der öffentlichen Belange. Völlig übersehen wurde bei der Planfeststellung die Tatsache, dass es sich bei dem Gebiet um ein Überflutungsgebiet für Hochwasser und somit Ausgleichszone nach dem einschlägigen Bestimmungen des Hochwasserschutzes handelt. Es ist auch regelmäßig Oberflächenwasser vorhanden, so dass insbesondere bei andauernden Niederschlägen starke Überflutungen auftreten, zuletzt mehrfach in diesem Jahr.“
Die Anwohner befürchten, dass die massive Bebauung der Wiese eine bedrohliche Grundwasseranhebung zur Folge haben könne und dass Wasser in die umliegenden Keller laufen könne.
Verkehrsbrennpunkt
Außerdem verweisen die Briefschreiber auf einen ihrer Meinung nach gefährlichen Verkehrsbrennpunkt hin, der durch das geplante Neubaugebiet direkt im Bereich der Gesamtschule Sonnenweg/Barenkrug entstehen würde. Schon 2012, nachdem die Baupläne bekannt geworden waren, hatten Anwohner Bedenken angemeldet wegen der möglichen Grundwasseranhebung. Außerdem hatten sie Angst um „ihr neues Naturparadies“ zwischen Kupferteich und Berner Au. Auch jetzt verweisen die Anwohner in ihrem Brief wieder darauf, dass die Wiese zu einem Rückzugsgebiet für seltene Vogelarten und Fledermäuse geworden ist. In der Hauptversammlung des Bezirks legte Klier den Abgeordneten der Parteien das Schreiben der Anwohner vor. Die Bedenken werden ernst genommen. Jetzt soll sich der Planungsausschuss des Bezirks mit den Einwänden der Bürger befassen.
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