Sterben jetzt die Platanen in Hamburg?

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Die 30 Jahre alten Platanen am Helmut-Steidl-Platz bieten willkommenen Schatten

Rahlstedter sorgen sich, weil die Blätter fallen. Das Wochenblatt klärt auf

Von Reinhard Meyer
Hamburg. Nach erfolgreichem Shopping kehren Rahl-stedter gerne zu einem Espresso oder Eisbecher in das Eiscafé am Helmut-Steidl-Platz ein - gerade bei den derzeitigen frühsommerlichen Temperaturen gerne auch im Freien. Sie wissen die Schatten und Kühle spendenden Platanen zu schätzen – bis sie jetzt das viele abgestorbene Laub auf der Fläche unter den Platanen entdecken. Ein so starker Laubabfall im Mai? Ein Blick in die Bäume zeigt ermattetes Grün bei hängenden Blättern. Die Erfahrungen mit den schrecklichen Krankheitsbildern der Palmen in der Schweriner Straße haben die Rahlstedter sensibel für ihre Bäume gemacht. Kommt nach dem Palmensterben nun ein Platanensterben? Eine Frage, die besorgte Bürger bei der Versammlung des Bündnis für Rahlstedt, einer Vereinigung fast sämtlicher Vereine und Institutionen im Stadtteil, stellten, und die das Wochenblatt aufgegriffen hat.
Die Nachfrage beim Bezirksamt gibt Entwarnung: Die Platanen sind nicht gefährdet. Vielmehr handelt es sich bei dem Krankheitsbild um „Blattbräune“, einen Pilz, der Blätter welken und vertrocknen lässt, bis der Baum sie abwirft. Die Verbreitung des Pilzes wird durch feuchte Witterung begünstigt – ein Schadbild, das auch in vergangenen Jahren zu beobachten war, wie die Fachleute aus der Verwaltung mitteilen. Mit dem Einsetzen einer Trockenperiode kommt die Krankheit zum Stillstand. In zwei bis drei Monaten erfolgt ein neuer Blattaustrieb. Es gibt keine nachteiligen Folgen für die betroffenen Platanen.
Die vier Platanen sind 30 Jahre alt. Sie können weit über 100 Jahre alt werden. Die beiden Eichen auf dem Helmut-Steidl-Platz übrigens sind immun gegen den Pilz. Dazu Werner Jansen, 2. Vorsitzender des Kulturvereins: „Es ist gut zu wissen, dass wir hier den Selbstheilungskräften der Natur vertrauen können.“ Für alle, die sich immer noch wegen der ringförmigen Kiesaufschüttungen rund um Baumsockel sorgen (das Wochenblatt berichtete). Nach Auskunft des Bezirksamtes handelt es sich um einen wasser- und luftdurchlässigen Spezialbelag.
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