„tatkräftig“ mit anpacken

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Miriam Schwartz ist Gründerin und Vorstandsvorsitzende von „tatkräftig“ Foto: Möller
 
Freiwillige arbeiten im Hamburger Stadtpark Foto: tatkräftig e.V.

Verein vermittelt Einsätze auf Zeit und spricht damit auch junge Menschen an

Von Christa Möller
Hamburg
Miriam Schwartz hat sich schon als Jugendliche in ihrer heimatlichen Kirchengemeinde in Braunschweig ehrenamtlich engagiert. Nach ihrem Umzug in die Hansestadt engagierte sie sich im Hamburgprojekt auf der Schanze, und dort entstand auch die Idee, etwas für junge Leute anzubieten, die sich in der Stadt engagieren wollen, wie sie sagt. 2012 gründete sie ihren Verein: Interessenten klinken sich in Gruppen von mindestens drei Personen „tatkräftig“ für einen Tag da ein, wo Hilfe gebraucht wird, vom Seniorenheim über Behinderteneinrichtungen bis zu Jugendeinrichtungen wie der „Arche“ in Jenfeld. Gab es zunächst Skepsis auf Seiten einiger Einrichtungen, hat „tatkräftig“ inzwischen über 100 Kooperationspartner im Großraum Hamburg, darunter die „Alsterdorfer Assistenz“ oder „Leben mit Behinderungen“– und dadurch mehr als 100 Einsatzorte. „Die meisten sind gut mit dem HVV zu erreichen“, sagt Miriam Schwartz (32), „das ist gut für unsere überwiegend jungen Freiwilligen.“ Die meisten sind berufstätig, aber auch Schüler, Auszubildende und Studenten zählen dazu. Sie alle wollen etwas für die Gesellschaft tun, auch wenn die Lebensumstände nicht sehr viel Zeit für ein Ehrenamt lassen. „tatkräftig – Hände für Hamburg“ ist eine Initiative für projektorientiertes Freiwilligenengagement in Gruppen. Waren es im ersten Jahr 150 Freiwillige, die 30 Einsätze über „tatkräftig“ geleistet haben, engagierten sich im vergangenen Jahr bereits gut 1.000 Freiwillige bei 130 Einsätzen, darunter Ausflüge, Gartenarbeit, Renovierung, Sportangebote oder Umzüge. Oftmals treffen dabei Menschen aufeinander, die sich im Alltag nie begegnen würden. Schon zweimal organisierten Freiwillige eine Cocktailparty im Senator Neumann-Heim in Bergstedt, wo Menschen mit körperlichen und teilweise geistigen Behinderungen leben. In entspannter Atmosphäre bei alkoholfreien Getränken nutzten Aktive und Bewohner die Möglichkeit, sich näher kennenzulernen. Und auch für Betriebsausflüge der etwas anderen Art sorgt „tatkräftig“ – ein Modell, das ebenfalls gut nachgefragt ist. „Wir haben schon 40 Projekte für dieses Jahr in Planung“, erzählt die 32-Jährige. Die Einsätze brauchen einen Vorlauf von vier bis sechs Wochen, rechtzeitige Anmeldung ist also erforderlich. „Wir haben auch dadurch sehr hohen Zulauf, weil es sonst wenig Angebote für junge Leute gibt“, weiß die Initiatorin, die Non-Profit-Management studiert hat und übers Ehrenamt zu ihrem Job kam. Geschäftsführung und Freiwilligenvermittlung waren zunächst ihre Aufgaben, die sie zugunsten ihrer Familie anderen Mitarbeitern übergeben hat. Jetzt ist die Mutter einer kleinen Tochter zuständig für den Standortaufbau in anderen Städten. Für Hilfeempfänger ist das Angebot kostenlos, während Firmen eine Gebühr zahlen. Ansonsten gilt: „Wir finanzieren uns fast komplett aus Spenden“, sagt Miriam Schwartz. Zwei Vollzeit- und drei Teilzeitmitarbeiter sowie eine Bundesfreiwilligendienstlerin arbeiten für „tatkräftig“. Ein Pool von 30 ehrenamtlichen Projektleitern komplettiert das Team, jeweils einer pro Team begleitet Interessierte bei den Einsätzen und sorgt für ein besseres Gefühl bei den Einrichtungen und bei den Freiwilligen. „Das ist für uns eine Art Qualitätskriterium“, betont Miriam Schwartz. Projektleiter sei ein schönes Ehrenamt mit viel Verantwortung, viel Kontakt zu Menschen und „man kommt viel rum in Hamburg“. Sechs bis sieben Einsätze habe ein Projektleiter pro Jahr.

Weitere Informationen: www.tatkraeftig.org oder unter Telefon 53 26 02 60. Spendenkonto: Tatkräftig e.V., Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE85 25120510 000 9469600
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