Treffpunkt „World Café“

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Frauen unterschiedlichster Kulturen treffen sich im World Café in der Flüchtlingsunterkunft. Sie leben hier in der Unterkunft und haben so die Möglichkeit sich auszutauschen Foto: Grell

Ein Ort nur für Frauen in der August-Krogmann-Straße

Von Karen Grell
Farmsen
Ein Café nur für Frauen aus der Flüchtlingsunterkunft in der August-Krogmann-Straße in Farmsen findet großen Zuspruch. An jedem Montag kommen hier mindestens 20 Frauen aus unterschiedlichsten Kulturen zusammen, essen gemeinsam, sprechen über aktuelle Anliegen und helfen sich bei gemeinsamen Problemen. Gegründet haben das World Café ehrenamtliche Helferinnen aus dem Stadtteil, die etwas Gutes für die Damen tun wollten. „Wir haben genau den Geschmack der Frauen getroffen“, erklärt Uta Bollmeyer, die hier auch mit den Kindern bastelt, während die Mütter bei Kaffee und Kuchen sitzen und quatschen. Nicht alle verstehen sich, denn es werden unterschiedliche Sprachen gesprochen, doch eine Dolmetscherin vermittelt.
Die Idee, hier ein Café für die geflüchteten Familien anzubieten kam aus der Nachbarschaft und wurde jetzt sogar mit dem Sozialpreis ausgezeichnet. Engagement, das direkt bei den Menschen ankommt und auch dankend angenommen wird. „Die Lage hier ist gerade für uns Frauen oft nicht leicht“, erklärt eine der Besucherinnen, die alle anonym bleiben möchten.
Unsicherheit und Angst kennen sie alle und dann ist da auch noch das Problem mit der Sprache. Wer zum Arzt möchte braucht entweder einen Dolmetscher oder einen Mediziner, der dieselbe Sprache spricht. Auch mit den eigenen Familien gibt es zwischen den Frauen Gesprächsbedarf. Erziehung der Kinder, Ernährung und der Schulbesuch der Kinder, alles Themen, die hier im World Café besprochen werden können. Ganz unter sich, eben einmal ohne die Männer.
„Auch die Arbeitslosigkeit der Ehepartner ist Thema hier“, wissen Marlena, Birgit und Karin, die zum festen Stamm der Helferinnen gehören. Beim Treffen am Montag sind die Frauen ausgelassen und fröhlich, können zusammensitzen, während die Kinder im Nebenraum spielen und für ein paar Momente den Stress der Ungewissheit ihrer Zukunft vergessen. Uta Bollmeyer übt unterdessen Zaubertricks mit den Kindern. „Das gefällt allen und ist unabhängig von Kultur und Sprache.“
Wer seine Mutter vermisst, kann einfach in den Nebenraum gehen und dort weiterspielen. „Wir brauchen viel Geduld und Einfühlungsvermögen“, meint Birgit, „und ganz viel Respekt“. Das World Café soll einen sicheren Raum und ein wenig Freude bringen, Probleme gäbe es im Alltag schon genug.
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