Umzug mit Hindernissen

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Der alte Flachbau hinter der HS 7 wird gerade abgerissen, an seine Stelle kommt ein sechsgeschossiger Erweiterungsbau Foto: wh

Noch keine neuen Gebäude für Berufliche Schule City Nord. H7 und H20 warten auf Räume

Von Waltraut Haas
Steilshoop/City Nord
Das Bildungszentrum Steilshoop am Gropiusring musste dem geplanten Neubau „Campus Steilshoop“ weichen. In den vorigen Herbstferien zog die Schule H 20 aus und fusionierte mit der H 7 am Tessenowweg: zur Beruflichen Schule City Nord. Ein großartiges Projekt nach dem Schulentwicklungsplan (SEPL), der die beruflichen Schulen mittel- bis langfristig neu organisieren soll. Grundsätzlich begrüßen die Kollegen diese Fusion: Wären da nicht noch einige große Hindernisse zu bewältigen. Allen voran ist das Timing fragwürdig: Denn die Arbeiten an dem erforderlichen sechsgeschossigen Erweiterungsbau für den jetzt größeren Raumbedarf am Tessenowweg haben noch nicht mal begonnen. Um dafür Platz zu schaffen, zerlegen Abrissbagger gerade erst einen Flachbau, in dem der Fachunterricht stattfand. Unterdessen muss die BS City Nord noch über Jahre improvisieren – mit Ausweichquartieren an vier Standorten: Zwei liegen in Ohlsdorf, zwei weitere in Eimsbüttel. Das bedeutet für 50 Prozent der Lehrerschaft, dass sie zwischen den Unterrichtsstunden pendeln müssen. „Von allen ist jetzt großes Improvisationstalent gefragt, um einen reibungslosen Unterricht zu gewährleisten. Wir müssen eine umständliche Logistik wuppen, die Zeit, Kraft und Geld kostet“, seufzt Schulleiter Peter Heinbockel. Entsprechend umständlich müssen auch die Stundenpläne ausgeklügelt werden. Zuvor war sie mit 23 Kollegen an der H 20 tätig. Jetzt sieht Josi Michalik, Abteilungsleiterin Höhere Handelsschule, im neuen Standort Tessenowweg einen großen Vorteil: „Für unsere Schüler ist eine gute Verkehrsanbindung wichtig. Die ist hier – anders als in Steilshoop – gegeben.“ Allerdings war die H 20 zuvor in einem „Top-Zustand“, rangierte als eine der am besten ausgestatteten Schulen. Dafür würden die neuen Unterrichtsräume jetzt deutlich funktionaler, trösten sich Michalik und Kollege Christoph Halstenberg. Der Abteilungsleiter Berufliches Gymnasium benennt einen weiteren Vorzug der Fusion: in der höheren Durchlässigkeit von Bildungsgängen. Immerhin können Schüler hier auch die Fachhochschulreife oder das Abitur erwerben. Mittlerweile erübrige sich auch die Sorge um geburtenschwache Jahrgänge, erklärt Kollege Rafael Eckstein. Aktuell sind 150 junge Migranten an der BS City Nord am Start: Sie sind 16 bis 18 Jahre alt und besuchen zehn internationale Vorbereitungsklassen, um den Hauptschulabschluss zu erwerben. Während der Bagger in Sichtweite der Kollegen lärmt und der Bauschutt allmählich abgefahren wird, hebt sich die Stimmung: Vorraussichtlich im Frühjahr steht der Baubeginn des neuen Hauptgebäudes ins Haus. Geplant sei ein schöner Atriumsbau. Mit sechs Geschossen kann er auf einer Fläche von 9.000 Quadratmetern 60 neue Klassenräume beherbergen. Info: www.bs-citynord.hamburg
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