Verbraucherzentrale: Viele Augenärzte in Hamburg "mangelhaft"

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Erstberatung gecheckt: Die meisten von 30 überprüften Praxen schnitten nur mittelmäßig ab. Warum Patienten Ärztinnen bevorzugen sollten

Nur zwei von 30 überprüften Augenärzten haben bei einem Erstberatungs-Check durch die Hamburger Verbraucherzentrale mit sehr gut abgeschnitten. Viermal gab es die Note "gut", elfmal "befriedigend", viermal "ausreichend" und sogar neunmal "mangelhaft", wie es in einer Pressemitteilung am Dienstag hieß.


Insgesamt gab es für den Erstkontakt mit Anamnese, Untersuchung, Diagnose sowie Beratung zur weiteren Behandlung bei den Augenärzten mit der Durchschnittsnote 3,5 nur eine mittelmäßige Bilanz.

Für die Überprüfung suchte eine Patientin wegen tränender Augen und Kopfschmerzen hinter den Augäpfeln zufällig ausgewählte Hamburger Fachärzte für Augenheilkunde auf. Zwölf der 30 konsultierten Mediziner ignorierten die Kopfschmerzen der Patientin, obwohl sie die Hauptbeschwerde und der Grund ihres Besuchs waren. Lediglich drei Augenärzte machten eine gezielte Anamnese in Bezug auf die Kopfschmerzen, die weichenstellend für den weiteren Verlauf der Behandlung war.

Die gesamte Erstberatung war nur bei zwei Medizinern sehr gut. Die beiden Ärzte nahmen die Krankengeschichte der Patientin gewissenhaft auf, machten eine sehr gute Anamnese, stellten schnell die richtige Diagnose und kommunizierten dabei verständlich und einfühlsam. „Es ist also durchaus möglich, als Augenarzt nach den offiziellen Leitlinien zu handeln und die Beschwerden der Patienten ernst zu nehmen“, sagt Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg. Immerhin neun der 30 besuchten Augenärzte und damit fast ein Drittel bestanden den Praxis-Check nicht; sie fielen mit „mangelhaft“ durch.

Die schlechten Gesamtnoten vieler Augenärzte ergaben sich vor allem durch eine mangelhafte Aufklärung und Beratung der Patientin. Insbesondere die Ungeduld mancher Ärzte wurde als sehr negativ empfunden. Viele Mediziner wirkten gestresst, untersuchten hektisch und stellten beispielsweise beim Sehtest Suggestivfragen wie „Das können Sie ja lesen“ statt „Können Sie das lesen?“.

„Aufgefallen ist uns, dass Augenärztinnen im Durchschnitt wesentlich besser abschneiden als ihre männlichen Kollegen“, so Kranich. Laut Untersuchung fielen lediglich acht Prozent der Praxen durch, in denen eine Frau behandelte, aber 47 Prozent mit einem Mann an der Spitze. „Die Fachgesellschaften und Berufsverbände der Augenärzte sollten noch mehr tun, um die Leistungsqualität all ihrer Mitglieder – Männer wie Frauen – zu steigern und aufrechtzuerhalten, denn die Zunft hat einen guten Ruf zu verlieren“, meint Kranich.

Die ausführlichen Ergebnisse der Untersuchung sowie Erläuterungen zum Kriterienkatalog des Augenarzt-Checks sind auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de veröffentlicht.
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