Wandsbek hat Potenzial

Anzeige
Frank Hiemer (links) und Gerd Hardenberg moderierten die dritte Stadtteilkonferenz, Susanne Kilgast stellte das Musikfest Wandsbek vor. Foto: Netzow

Teilnehmer der Stadtteilkonferenz diskutieren über Kultur im Stadtteil

Von Kirsten Netzow
Viel Kultur in Wandsbek oder ist Wandsbek eine kulturelle Wüste? Diese Frage wurde auf der dritten Stadtteilkonferenz im Kulturschloß Wandsbek rege diskutiert. Gerd Hardenberg und Frank Hiemer vom Vorstand des Vereins Kulturzentrum Wandsbek, dem Träger des Kulturschlosses, führten durch den Abend. Zum ersten Mal gab es die Möglichkeit in Kleingruppen verschiedene Fragestellungen zu debattieren und die Ergebnisse anschließend dem Plenum vorzustellen. Was wird an kulturellen Veranstaltungen und kulturellen Orten in Wandsbek und Marienthal vermisst und für welche Zielgruppen sollte mehr und vor allem was getan werden, lauteten dabei die zentralen Fragen. Bei der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass viele der Anwesenden sich ein stärkeres „Wir-Gefühl“ sowie eine größere Identifizierung mit dem Stadtteil wünschen. „Wandsbek hat eine spannende Geschichte, das sollte man auch den Zugezogenen zeigen“, lautete der Wunsch einer Teilnehmerin. „Wandsbek hat Potenzial, es gibt bereits viel im Stadtteil, die Frage ist, wie die Wahrnehmungsfähigkeit des Vorhandenen gesteigert werden kann“, so ein Gast. Probebühnen für professionelles Theater, eine Infotafel zu allen Wandsbeker Veranstaltungen, ein Kulturbeauftragter für Wandsbek Kern und eine Geschichtswerkstatt lauteten einige der Wünsche aus den Arbeitsgruppen. Als weitere Idee könnten vorhandene Grünanlagen wie der Eichtalpark und der Botanische Sondergarten zum Beispiel durch die Installation eines Klanggartens stärker genutzt werden. Ein Karneval der Kulturen spräche als besondere Zielgruppe die Mitbewohner mit Migrationshintergrund an. Alle Interessierten waren am Ende der Diskussion eingeladen, sich zu einer Arbeitsgruppe „Kultur in Wandsbek“ über die Konferenz hinaus zusammen zu finden.
Exemplarisch für vorhandene Kultur im Stadtteil stellten sich Vertreter des Musikfestes Wandsbek und der Kreuzkirche vor. Susanne Kilgast informierte über das Musikfest, das in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen feierte. „Unser Anliegen ist es, dem Bezirk ein kulturelles Gesicht zu geben“, so Kilgast. Es gäbe viele Musikinitiativen im Stadtteil und eine verstärkte Kooperation mit den Musikschulen. „Wir versuchen jedes Jahr mehr Stadtteile mit einzubeziehen, unser Ziel ist es alle 18 Stadtteile des Bezirks Wandsbek zu bespielen“, sagte die Veranstalterin. Ein umfangreiches musikalisches Angebot von Gospel bis Jazz können auch Besucher der Kreuzkirche in der Kedenburgstraße erleben. „Unser Ziel ist es, die Menschen zu begeistern und ihnen Beteiligung zu ermöglichen“, sagte Pastor Jörg Denecke. Die zur Kirche gehörende Laienspielgruppe „Eichtalbühne“ präsentiert zweimal jährlich ein neues Theaterstück. Eine weitere Besonderheit seien die ÜberKreuzGottesdienste zu bestimmten Themen mit Darbietungen der Gemeindeband „Querbeat“.
Welche Bedürfnisse haben Senioren im Stadtteil? Dieser Frage könnten sogenannte Quartiersbotschafter nachspüren. Ulli Kluge vom Seniorenbüro Hamburg stellte die Projektidee vor. Demnach könnten ehrenamtlich Interessierte Orte im Stadtteil aufsuchen und mit älteren Menschen ins Gespräch kommen. Ein Quartiersbotschafter hat mehrere Funktionen: Er hat ein offenes Ohr für die Senioren, leitet ihre Anregungen und Vorschläge weiter und informiert ältere Menschen und ihre Angehörigen über vorhandene Angebote und Einrichtungen im Stadtteil. Deshalb könnte eine Aufgabe des Botschafters sein, eine Bestandsaufnahme aller Hilfs- und Kontaktangebote für Ältere vorzunehmen. Der Projektstart ist für Januar nächsten Jahres vorgesehen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige