Wandsbeker Schwimm-Senioren sauer

Anzeige
Die Senioren um Luise Balsam (Mitte) halten sich mit Aqua-Gymnastik fit Foto: Thiele

Ab April sollen sie feste Zeiten online vorbuchen. Preisnachlass gestrichen

Von Ulrich Thiele
Wandsbek
Protest im Wandsbeker Bäderland: Nachdem schon in Bramfeld Beschwerden über die neuen Bestimmungen der Hamburger Hallenbäder aufkamen, (das Wochenblatt berichtete) meldet sich nun auch in Wandsbek eine Gruppe von Stammkunden zu Wort. Die 14 Rentner um Luise Balsam (69) gehören seit zwölf Jahren zu den regelmäßigen Nutzern der „Aqua Fitness“-Kurse im Wandsbeker Bäderland. Bisher konnten sie stets unkompliziert mit einer aufladbaren „Multi Card“ direkt an der Kasse des Bades vor Beginn des Kursus-Termins bezahlen und bekamen je nach Höhe des Aufladungs-Betrags bis zu 18 Prozent Rabatt. Das soll bald nicht mehr möglich sein: Ab 1. April müssen sämtliche Kurse zu festen Zeiten im Voraus online gebucht und bezahlt werden. Wer an einem der Termine verhindert ist, muss Storno zahlen. „Bisher konnte man unangemeldet zum Kurs kommen. Jetzt kriegen nicht mal mehr Prozente für unsere Multi-Card“, ärgert sich Luise Balsam. „Wir sind in einem Alter, in dem man schnell krank werden kann und spontan verhindert ist. Wir können nicht so weit im Voraus planen und bei dem Geldmangel, den man als Rentner hat, können wir es uns nicht leisten, für nichts zu bezahlen“, so die Seniorin. Als die Gruppe vorigen Monat davon erfuhr, setzte sie sich zusammen und verfasste einen Brief an die Bäder-Verwaltung. Die Antwort kam zwar schnell, doch stellte sie Balsam und ihre Kollegen nicht zufrieden: „Die meinten, wir hätten durch die Veränderungen Vorteile, aber das stimmt einfach nicht“, sagt die 69-Jährige. In dem Brief, der dem Wochenblatt vorliegt, heißt es: „Kann ein Gast einmal einen einzelnen Termin nicht wahrnehmen, dann bekommt er dafür als Gegenleistung von uns einen freien Badeeintritt. Diese Badeeinladung gilt drei Monate lang. Nur der Anteil für den persönlich reservierten Platz wird nicht vergütet. (…) Sie erhalten auch weiterhin die Möglichkeit spontan an Kursen teilzunehmen, allerdings ohne Teilnahmegarantie und nur soweit es Restplätze gibt.“ Die Maßnahmen dienten vor allem dazu, die „begehrte Ressource ‚Wasserfläche‘“ optimal einzuteilen, da bei geringer Auslastung der unnötig reservierte Bereich zu Nutzungskonflikten führen würde. Unter diesen Umständen wollen die Rentner aber keinen Kurs buchen. „Dann würden wir nur noch schwimmen gehen. Aber ich befürchte, dass dann alle aus unserer Gruppe nach und nach abspringen“, sagt Luise Balsam. „Und ohne uns Alten ist hier nichts los. Der Kurs besteht zum Großteil aus uns“, fügt ihre Sportkammeradin Karin Rohweder (72) hinzu. Auch das gemeinsame Kaffeetrinken nach dem Kurs am Freitagvormittag würde dann wegfallen. „Das fördert ja auch die Gemeinschaft. Das sollte berücksichtigt werden“, findet die sportlich Truppe.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige