Warum Stillstand nach den Abriss-Arbeiten?

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Mykonos platt. Auch in Meiendorf weicht ein historisches Haus einem Neubau Fotos: Glitz

Neubauten an der B 75 gehen nicht überall voran

Von Rainer Glitz
Rahlstedt. Ein Eisenzaun zieht sich um das Grundstück an der Ecke Wolliner Straße/Bargteheider Straße. Wo einst das Altrahlstedter Landhaus stand, befindet sich jetzt eine Baugrube, man erkennt bereits eingerammte Stahlträger. Ein Bagger steht verlassen oberhalb der künftigen Tiefgarage. Arbeiter sind nicht zu sehen. „Hier passiert schon seit Wochen nichts“, berichtet ein Anwohner. Der Abriss des historischen Gasthofes an der B 75 im September sei sehr schnell gegangen, zahlreiche Bäume gefällt worden, dann hätten die sehr lauten Rammarbeiten begonnen. Danach aber seien die Baumaschinen weggefahren worden, und seitdem sei wenig passiert. In der Nachbarschaft des ehemaligen Altrahlstedter Landhauses wird spekuliert, es lägen womöglich nicht alle notwendigen Genehmigungen vor.

Probleme auf Baustelle

„Stimmt alles nicht“, heißt es dazu vom Architektenbüro Heinrich Meier. Alle Genehmigungen lägen vor – das bestätigte auch das Bezirksamt Wandsbek auf Anfrage. Auf der Baustelle in Oldenfelde habe es laut den Architekten kleinere Probleme gegeben, daher und aufgrund der Witterungsverhältnisse die zeitweiligen Verzögerungen. Es liefen Abstimmungsarbeiten, der Bauleiter und der Wegewart seien gerade erst vor Ort gewesen. Alle Baufirmen seien beauftragt, die Bauarbeiten gingen entsprechend voran. Bis Ende 2014 sollen in Oldenfelde 30 Wohnungen entstehen, familienfreundlich und zwischen 70 und 90 Quadratmeter groß, errichtet nach den modernsten Lärmschutzbestimmungen. Dazu bekommt der Wohnblock eine eigene Tiefgarage. Die Anwohner stört nicht nur der vorübergehende Baulärm. Mit dem Abriss des Wirtshauses aus dem Jahr 1900 verliert der Stadtteil ein historisches Gebäude – das allerdings nicht denkmalgeschützt war und eine marode Bausubstanz hatte.
Der Gastronomiebetrieb im Alt-Rahlstedter Landhaus rechnete sich nicht mehr. Und auch einige Kilometer weiter Richtung Landesgrenze wurde ein historisches Haus „plattgemacht“. Das ehemalige griechische Restaurant Mykonos in der Meiendorfer Straße und das Nachbarhaus einer Kita wurden unlängst Opfer des Abrissbaggers. Das Gebäude aus dem Jahr 1906 weicht ebenfalls einem Wohnblock. Geplant sind zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 22 Wohnungen und eigener Tiefgarage. Auf dem Grundstück müssen viele alte Bäume gefällt werden – zum Leidwesen der Anwohner in Meiendorf.
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