Was ist gute Pflege im Alter?

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In Hamburg gebe es derzeit 243.000 Senioren zwischen 65 und 80 Jahren, 91.000 sind älter als 80. Im Jahr 2030 werden 390.000 Hamburger älter als 65 Jahre sein Symbolfoto: thinkstock

Seniorendelegierte diskutieren in Hamburg über Umgang mit Hilfebedürftigen

Von Rainer Glitz
Wandsbek
Wer sich ein neues Auto kaufen will, recherchiert und vergleicht. Vergleichsweise wenig wissen die meisten über das Thema Pflege. „Wir reden zu wenig darüber, es ist ein Tabuthema und die Angehörigen sind im Pflegefall ratlos“, berichtet Buchautor Peter Wenig. In Hamburg gebe es derzeit 243.000 Senioren zwischen 65 und 80 Jahren, 91.000 sind älter als 80. Im Jahr 2030 werden 390.000 Hamburger älter als 65 Jahre sein, also mehr als jeder fünfte. „Wir können diese Entwicklung nicht weiter ignorieren“, sagt Wenig vor der Wandsbeker Senioren-Delegiertenversammlung. Sein Rat: „Kümmern Sie sich rechtzeitig um die richtigen Vollmachten.“ Dazu zählen Patientenverfügung, Vorsorge- und Bankenvollmacht. Wer möglichst lange zu Hause leben möchte, muss rechtzeitig barrierefrei umbauen. Hausbesitzer können dafür Zuschüsse beantragen. „Holen Sie sich Rat, etwa in den Pflegestützpunkten“, sagt der Autor. Und: „Sorgen Sie für ein gutes Verhältnis in der Familie. Sonst kümmert sich niemand um Sie, wenn Sie im Pflegeheim sind.“ Diesen Hinweis unterstützt auch Heidemarie Seidel-Wagner von der Wohn-Pflege-Aufsicht Wandsbek. „Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihren Kindern“, sagt sie. Ihre Dienststelle ist zuständig für 300 Pflegeeinrichtungen in Wandsbek sowie derzeit 118 Pflegedienste. Einmal im Jahr werden die Einrichtungen regelhaft auf Mängel geprüft, oder nach konkreten Beschwerden. Woran erkennt man nun gute Pflege? Autor Peter Wenig rät, auf verbindliche Zusagen der Pflegezeiten zu achten. „Und lassen Sie sich nichts aufschwatzen, überprüfen Sie die Angebote genau. Es sei legitim, sich das Geschlecht des Pflegers aussuchen zu dürfen. Bei ambulanter Pflege sollte möglichst häufig derselbe Mitarbeiter kommen. „Wenn Sie unzufrieden sind, müssen Sie Bescheid sagen“, so Wenig. „Sie sind der Chef im Ring, Sie zahlen schließlich für die Pflege“, ergänzt Seidel-Wagner.
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1 Kommentar
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Thomas Bartel aus Rotherbaum | 17.11.2016 | 07:53  
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