Weg mit der Kante

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Nachgemessen:CDU-Bezirksabgeordneter Philipp Hentschel wollte es genau wissen Foto: tel

Buchnerweg vor barrierefreiem Haus nicht barrierefrei

Von Michael Hertel
Farmsen
Da hat wohl ein Planer geschlafen: „Hier wohnen viele Senioren. Einige sind wie ich auf den Rollstuhl angewiesen. Da sollte man doch in der Umgebung die Bordsteine barrierefrei gestalten“, erklärt der gehbehinderte Hans-Joachim Egge (78). Gemeint ist ein Fußweg hinter dem vor knapp einem Jahr fertiggestellten barrierefreien Mietshaus Buchnerweg 27/29 der Baugenossenschaft Dennerstraße-Selbsthilfe eG (BDS). Rentner Egge bat den CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Thomas Kreuzmann, sich der Sache anzunehmen. Da es sich um eine Bezirksangelegenheit handelt, übernahm Bezirksparlamentarier Philipp Hentschel und maß, mit Zollstock bewaffnet, gleich mal nach: „Acht Zentimeter – zu hoch für Rollstuhlfahrer“. Bei der Baugenossenschaft weiß man um das Problem – Pressesprecherin Meike Dingermann: „Der Bordstein liegt nicht auf unserem Grundstück. Die Genossenschaft hat den Wegewart telefonisch und persönlich anlässlich der Abnahme der Feuerwehrzufahrt auf das Problem hingewiesen. Für die Bewohner unseres Hauses gibt es zwei barrierefreie Zugänge.“

Zugewuchert


Einmal vor Ort, durfte Hentschel gleich das zweite Ärgernis an der Ecke begutachten: einen vermeintlichen Fußweg um den Wendehammer Karstenskoppel. Dort haben nicht nur Rollstuhlfahrer ein Problem: „Dass es sich um einen Fußweg handelt, erkennt man erst, wenn man Pflaster und Bordstein ausgräbt“, zeigt Egge. Fußweg? In der Tat: Es wirkt eher wie ein Stück „grüne Hölle“ aus dem legendären Amazonas-Streifen „Aguirre, der Zorn Gottes“... „Weil der Weg völlig zugewuchert ist, muss ich immer hundert Meter über die Fahrbahn fahren, um die Straßenseite zu wechseln. Dabei habe ich den Wegewart schon im Februar angerufen“, berichtet der Rentner. „Die Behörde hat kein Geld und ist überlastet“, weiß Hentschel. Er hat die Problematik dennoch in die Bezirksversammlung gebracht. Die Verwaltung wird gebeten, mit der Baugenossenschaft eine Begehung am Buchnerweg in Sachen Barrierefreiheit durchzuführen sowie den Dschungel am Wendehammer Karstenskoppel zu lichten. Der entsprechende Beschluss wurde einstimmig angenommen. Nachtrag: Kurz vor Redaktionsschluss hieß es aus dem Bezirksamt, der Wegewart informiere sich gerade vor Ort.
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