Wege in die Integration

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Ulla Schwoch in der durchorganisierten Kleiderkammer der Initiative Foto: Meyer
 
Deutschunterricht mit Melanie Geißler Foto: Meyer

Initiative „Meiendorf hilft“ unterstützt Flüchtlinge im Alltag und beim Deutschlernen

Von Reinhard Meyer
Meiendorf
„Die Betreuung von weit mehr als 1.000 Flüchtlingen ist eine Herausforderung, der sich die Bürgerinitiative Meiendorf hilft mit breitem, unermüdlichem Engagement stellt“, so Christa Garbe, Flüchtlingskoordinatorin für den Bezirk Wandsbek. Und: „Sie zeigt Ihnen, dass sie willkommen sind.“ Im Zusammenhang mit der Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft Bargkoppelstieg im September bildete sich die Bürgerinitiative „Meiendorf hilft“ – mit mehreren Arbeitsgruppen und einem Koordinationsteam. Nach einer langen, beschwerlichen Flucht ist ein Wechsel der Bekleidung natürlich dringend erforderlich. Die ehrenamtlichen Helfer der AG „Kleiderkammer“ gingen in die Unterkunft Bargkoppelstieg und versorgten die Flüchtlinge mit einem Satz Oberbekleidung, Wäsche und auch Hygieneartikeln, zunächst aus überzähligen Spenden aus den Messehallen, dann aus dem gewaltigen Spendenaufkommen der Meiendorfer Bürger. Bis vorigen Dezember wurden so etwa 2.500 Flüchtlinge versorgt.
„Wir sind dankbar, dass wir nicht zu den Flüchtlingen gehören, und wir fühlen uns durch den Umgang mit ihnen bereichert“, sagt Ulla Schwoch, eine der vielen ehrenamtlichen Helferinnen.

Stadtteiltour


„Laufen ist das, was wir am besten können“, meint Dennis T., einer der Meiendorfer Laufsportler. So treffen sie sich jeden Sonnabendvormittag zum gemeinsamen Laufen mit Migranten vom Bargkoppelstieg – manchmal sind bis zu 60 von ihnen dabei. Die morgendliche Begrüßung ist vertrauensvoll, herzlich. Ein großzügiger Sponsor hat den Flüchtlingen bisher die Ausstattung mit Laufschuhen ermöglicht. Die Streckenführung ändert sich jedesmal – die sportlichen Migranten sollen Meiendorf kennenlernen. In den Laufpausen gibt es ein wenig „Deutschunterricht“: „Das ist Auto, Haus, Hund, Baum.“
„Fördern & wohnen“, Träger der Einrichtung am Bargkoppelstieg, hat der AG Kinderbetreuung sehr schnell Räumlichkeiten für eine Kita zur Verfügung gestellt. Das Leben hier ist so normal wie in jeder Hamburger Kita. Für ein paar Stunden können die Kinder die Tristesse der Massenunterkunft hinter sich lassen und das sein, was sie sein wollen: ganz selbstvergessen Kindsein.

AG Deutschunterricht


„Ich heiße Susanne Winterberg. Wie heißen Sie?“ „Aech ...hoiss... Mustafa.“ Einfache Fragen und Antworten zur ersten sprachlichen Orientierung, Benennen von Länderfahnen, Dinge des täglichen Lebens werden hier geübt. Viele kleine, lernbegierige Schüler, etwa acht Jahre alt, und die großen – alle hoch motiviert, konzentriert, angestrengt. Jeder Lehrer hätte seine Freude an so einer Klasse. Geduld, Fröhlichkeit, Zuwendung bei den Deutschlehrern. Etwa 90 „Lehrer“ aller Berufe unterrichten. Weit mehr als 1.000 „Schüler“ sind bisher in die Kurse gekommen, um Deutsch zu lernen.

Vielfältige Hilfe


Das Koordinationsteam mit den Sprechern Diakon Manfred Ehm und Claudia Folkers tagt regelmäßig in der Rogatekirche. Sie befassen sich mit der Klärung von Behördenkontakten, Spendenfragen, Websitegestaltung wie auch mit Treffen von Ehrenamtlichen und Flüchtlingen. Und es gibt Hilfe bei Gängen zu Ärzten.
Mehr als 250 ehrenamtliche Helfer von „Meiendorf hilft“ – „hier zeigt die Zivilgesellschaft vorbildlich, wie sie Migranten die Wege in die Integration ebenen kann“, so Claudia Folkers.

Kontakt zu „Meiendorf hilft“ gibt es unter 678 91 22 und www.meiendorf-hilft.de
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