Weiter Streit über Notrufsystem

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500 Senioren leben in der Anlage in Meiendorf. Das neue Notrufsystem sorgt weiter für Ärger Foto: rg

Bewohner klagen weiter. Stiftung: Neues System sicherer

Von Rainer Glitz
Meiendorf
„Wir bekommen eine schlechtere Leistung für höhere Kosten“ – diesen Vorwurf erheben viele Bewohner der Seniorenanlage am Nordlandweg. Das alte hausinterne Notrufsystem habe funktioniert, rund um die Uhr sei eine Schwester vor Ort gewesen. Abends und am Wochenende sei dies nun nicht mehr der Fall, mit dem ASB kämen fremde Leute ins Haus, in der Waschküche funktioniere der neue Notruf nicht. Und ab der vierten Anfahrt des ASB im Monat kostet ein Einsatz 19 Euro extra. „Die Wohnanlage sollte einmal Vorbild sein für Servicewohnen im Alter, die Besonderheiten wurden nun ohne Not beseitigt“, sagt Anwalt Jürgen Matullat. Ein erster Versuch, die alte Regelung juristisch festzuschreiben ist vor dem Amtsgericht Wandsbek gescheiert.
„Wir wollen keine Politik nach Gutsherrenart, wir haben Rechte“, betont Reinhard Sauer, Sprecher des Hausbeirates. Deshalb wolle man weiter vor Gericht ziehen. Mittlerweile wurde die alte Notrufanlage abgeschaltet. Der Hausbeirat hat deshalb Strafanzeige gegen die Geschäftsführerin der Flutopferstiftung gestellt – wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Außerdem fordern die Senioren, dass sich ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer die Bücher der Stiftung ansieht. „Das Vertrauen ist zerstört“, sagt Sauer. Von den 500 Bewohnern haben mittlerweile 270 das neue Notrufsystem installieren lassen.
„Die Planung war anders, alle sollten angeschlossen werden“, sagt Christina Baumeister, Geschäftsführerin der Flutopferstiftung, dem Träger der Seniorenwohnanlage in Meiendorf. Es sei subjektiv nachvollziehbar, dass viele Bewohner die Umstellung als Verschlechterung empfänden. Das neue System sei aber technisch sicherer. „Die Schwestern wussten bei Alarm nur, wo er ausgelöst wurde. Sie mussten erst in die Wohnung gehen und nachsehen“, so Baumeister. Durch den Sprechkontakt mit der Notrufzentrale des ASB könne schneller die Hilfe angefordert werden. Die Schwestern würden so entlastet und könnten sich auf Vermittlung von Dienstleistungen konzentrieren. „Wir wollen den Streit nicht eskalieren und stehen für Gespräche zur Verfügung“, so Baumeister. Sie rät allen Mietern das neue System zu nutzen – zur eigenen Sicherheit.
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