Wenig Respekt vor Weltkriegsopfern in Hamburg

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100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs: Bürgerverein beklagt Müll an der Gedenkstätte

100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs: Bürgerverein beklagt Müll an der Gedenkstätte

Von Günther Brockmann
Hamburg. Hans Schuy, Vorsitzender des Oldenfelder Bürgervereins, und Gerd Haushalter, Beisitzer im Vorstand, sind nicht glücklich: Die Parkanlage rund um die Gedenkstätte an der Ecke Oldenfelder Straße/Delingsdorfer Weg droht „immer mehr zu einer Müllhalde zu verkommen“.
Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde am 26. Mai 1923 eingeweiht. An der Oldenfelder Straße/Ecke Delingsdorfer Weg wird hier namentlich 45 Gefallenen gedacht. Die eingemeißelten Namen waren ursprünglich mit Goldfarbe ausgelegt – eine Würdigung der Männer, die ab 1914 vermisst oder gefallen waren oder sogar auch noch nach Kriegsende 1919 an ihren Verwundungen starben. Doch der Umgang 2014 - im 100. Gedenkjahr an die Schrecken des Ersten Weltkriegs - ist alles andere als ehrfürchtig, wie Schuy und Haushalter beklagen.
„Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass Schüler der beiden benachbarten Schulen das Gelände rund um die Gedenkstätte als Pausenplatz nutzen. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, wenn sie auf den Steinen sitzend die Speisen und Getränke verzehren, die sie in den naheliegenden Geschäften gekauft haben. Schlimm ist nur dass sie größtenteils die Verpackung liegenlassen.“ Die Mitglieder des Bürgervereins, die die Gedenkstätte ehrenamtlich pflegen, holen dann jedoch den Müll aus dem Gebüsch. „Auch Leute, die dort abends regelmäßig ihre alkoholischen Getränke zu sich nehmen, lassen ihr Leergut in der Anlage zurück. Und jetzt wurde der Gedenkstein sogar mit Graffiti besprüht“, fügt Hans Schuy hinzu. Die Schulleiter der Stadtteilschule Oldenfelde und des Gymnasiums Oldenfelde wurden vom Bürgerverein auf die Situation aufmerksam gemacht. Die Schulleitungen versprachen, die Schülerinnen und Schüler entsprechend auf die Situation hinzuweisen und zu bitten, dort keinen Müll zu hinterlassen. „Das hat aber leider zu keinem nennenswerten Erfolg geführt“, meint Gerd Haushalter. Er hat daher auf der letzten Sitzung des Regionalausschusses Rahlstedt in der Bürgerfragestunde einen Vorschlag gemacht: Den Grünbewuchs um die Gedenkstätte herum radikal herunter zu schneiden oder ganz zu entfernen, damit der Gedenkstein von allen Seiten einsehbar ist. Die Gedenkstätte könnte seiner Meinung nach danach mit einer Einfriedung versehen und es sollte Rasen gesät werden.“„Ich hatte das Gefühl bei meinem Besuch im Regionalausschuss, dass unser Anliegen von allen Parteien positiv aufgenommen wurde. Die Vertreter der Parteien sagten zu, die zuständigen Behördenstellen auf das Problem aufmerksam zu machen. Ich kann nur hoffen, dass wir mit unserem Vorstoß jetzt mehr Erfolg haben.“
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