Wenn nichts mehr geht...

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Dr. Christoph Lenk ist der Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes Wandsbek Fotos: Netzow
 
In diesem Gebäude in Volksdorf ist der Sozialpsychiatrische Dienst Wandsbek untergebracht

Der Sozialpsychiatrische Dienst hilft Betroffenen und ihren Angehörigen in Hamburg

Von Kirsten Netzow
Hamburg. „Wir sind keine Ordnungsmacht, wir sind um das Wohl eines Menschen bedacht, der sich in Not befindet“, sagt Dr. Melanie Metzenthin über die Aufgabe des Teams vom Sozialpsychiatrischen Dienst Wandsbek. Zu einem der Hauptangebote des Dienstes gehört die telefonische Beratung von Hilfesuchenden. Dies sind in den meisten Fällen besorgte Angehörige oder auch Nachbarn, die ein auffälliges Verhalten von Menschen in ihrer Umgebung wahrgenommen haben wollen. Besteht aus Sicht der Mitarbeiter Handlungsbedarf wird die betreffende Person zunächst angeschrieben. Reagiert sie darauf nicht folgt ein zweiter Brief, in dem ein Hausbesuch angekündigt wird. Gezwungen werden eine Hilfe anzunehmen, kann jedoch niemand. „Wir können nur aufzeigen, wo es weitere Unterstützung gibt. Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe, der Betroffene bleibt selbstverantwortlich“, beschreibt es der Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes und Psychiater Dr. Christoph Lenk. „Wir sind hier ein multiprofessionelles Team, dessen unterschiedliche Arbeitsbereiche stark ineinander greifen“, sagt der Mediziner. Neben drei Fachärzten für Psychiatrie sind ein Psychologe sowie drei Sozialpädagogen und zwei Verwaltungsangestellte für den Dienst tätig. Liegt eine akute Selbstgefährdung oder eine Fremdgefährdung bei der betroffenen Person vor? Das ist die entscheidende Frage. Erst dann kann die Unterbringung einer Person empfohlen werden, die länger als 24 Stunden nicht ohne richterliche Genehmigung erfolgen kann. „Wir können nur da handeln, wo eine gesetzliche Grundlage ist“, sagt Psychiaterin Metzenthin. Manchmal sei es sehr schwer, dies Menschen klarzumachen, die in einer Person in ihrem Umfeld eine Bedrohung oder einen Störfaktor sehen, den sie gern schnell entfernt haben möchten. Die Unterbringung ist das letzte anzuwendende Mittel, sie soll dem Wohl des Menschen dienen, und wenn möglich, nur kurzfristig erfolgen. Neben den Beratungen erbringen die Mitarbeiter gutachterliche Stellungnahmen für Behörden beispielsweise bei der Feststellung der Arbeitsfähigkeit oder zur Prüfung von Ansprüchen gegenüber dem Grundsicherungsamt (ARGE). Der Sozialpsychiatrische Dienst sei auch für diejenigen, „die durchs Netz fallen“, so Lenk und sagt weiter: „Wir sind diejenigen, die für diese Menschen sprechen.“ Die Beratungszeiten der Einrichtung sind allerdings beschränkt (siehe Infokasten). Einen rund um die Uhr erreichbaren Krisendienst gibt es in Hamburg bislang nicht. Außerhalb dieser Zeiten müssen sich Hilfesuchende an den allgemeinärztlichen Notdienst oder bei akuter Gefahr an die Polizei wenden.

Der Sozialpsychiatrische Dienst befindet sich unweit der U-Bahn-Station Volksdorf, Kattjahren 1c, direkt neben dem Kino „Koralle“. Er bietet Beratung und Hilfe für Erwachsene mit Wohnsitz im Bezirk Wandsbek an. Dieses Angebot ist kostenlos. Die Gespräche sind vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht. Zu erreichen ist der Dienst Montag bis Freitag in der Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr. Tel.: 428815357 oder Sozialpsychiatrischer-Dienst@wandsbek.hamburg.de oder sozialpsychiatrischer-dienst
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