Wer geht nach Berlin?

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Am 24. September ist Bundestagswahl. Was Hamburger jetzt schon wissen müssen Foto: thinkstock
Von Rainer Glitz

Wird Amtsinhaberin Angela Merkel weiter regieren, oder schafft es doch ihr Herausforderer Martin Schulz? Wird die Große Koalition fortgesetzt, gibt es am Ende Schwarz-Gelb oder gar eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen wie jetzt in Schleswig-Holstein? Und wer kommt in den 19. Deutschen Bundestag? Diese Fragen werden am 24. September bei der Bundestagswahl beantwortet.

Etwa vier bis sechs Wochen vor dem Urnengang erhalten die Wahlberechtigten ihre Wahlbenachrichtigung. Darin ist vermerkt, in welchem Wahllokal man zwischen 8 und 18 Uhr seine Kreuze machen kann. Kurz nach 18 Uhr wird es dann schon die ersten Prognosen geben. Grundlage sind repräsentative Befragungen von Menschen, die gerade gewählt haben.

Der Bundestag wird als sogenannte personalisierte Verhältniswahl bestimmt. Das bedeutet: Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird der oder die Wahlkreisabgeordnete direkt gewählt. Sie wird auf der linken Stimmzettelhälfte abgegeben. 299 Wahlkreise gibt es deutschlandweit, in Hamburg sind es sechs: Altona, Eimsbüttel, Bergedorf-Harburg, Mitte, Nord und Wandsbek. Mit der Zweitstimme, die auf der rechten Stimmzettelhälfte vergeben wird, wählt man die Landesliste einer Partei. Anders als etwa bei der Bürgerschaftswahl kann die Reihenfolge innerhalb der Landeslisten nicht verändert werden. Nach der Auszählung in den Wahllokalen werden die Stimmen dann in Sitze für die Parteien umgerechnet. Berücksichtigt werden alle Parteien, die mindestens fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen oder drei Direktmandate erreicht haben.

Mindestens 598 Abgeordnete

Maßgebend für die Sitzverteilung ist dann die Anzahl der gültigen Zweitstimmen, die Umrechnung erfolgt in mehreren Rechenschritten. Wer als Direktkandidat einen Wahlkreis gewinnt, zieht auf jeden Fall in den Bundestag ein. Diese Mandate werden dann in jedem Bundesland auf die weitere Sitzvergabe anhand der Landeslisten angerechnet. 598 Abgeordnete umfasst der neue Bundestag mindestens. Holt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr laut Zweitstimmenergebnis eigentlich zusteht, gibt es Ausgleichsmandate für andere Parteien. So erhöhte sich die Zahl der Abgeordneten 2013 auf 631.

Das Hamburger Wochenblatt wird in den kommenden Wochen bis zum 23. August umfangreich über die Bundestagswahl berichten. Wir werden dabei unter anderem die Direktkandidaten der wichtigsten Parteien in den Wahlkreisen Nord, Mitte und Wandsbek vorstellen

Zahlen, Daten, Fakten

Acht Parteien nehmen auf jeden Fall an der Bundestagswahl teil: CDU, SPD, Linke, Grüne, CSU, FDP, AfD und Freie Wähler. Sie sind aktuell im Bundestag oder mindestens in einem Landesparlament mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten: Weitere 40 Vereinigungen wurden vom Bundeswahlleiter als Partei anerkannt, müssen aber noch Unterstützungsunterschriften sammeln. Ende Juli steht fest, wer teilnimmt. 2013 erreichte die Union 41,5 Prozent, die SPD 25,7 Prozent, die Linke 8,6 Prozent und die Grünen 8,4 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,8 Prozent ebenso wie die AfD mit 4,7 Prozent. Die Piraten erzielten 2,2 Prozent.
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