Wie Hamburger Bürger alten PCs Sinn schenken

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Computer Spende Hamburg: Ausstattung von der Hardware bis zum Lehrgang

Von Christa Möller
Dulsberg
Oliver Paehlke, 41, verschenkt Computer. Einzige Voraussetzung ist der Nachweis, dass man SGB II bis XII–Bezieher ist. Menschen mit wenig Geld die Nutzung moderner Computertechnik zu ermöglichen, dass war die Idee der Hamburger Angelika und Horst Matzen, die festgestellt hatten, dass viele Computer als Elektronikschrott weggeworfen werden, obwohl vieles noch brauchbar wäre. Die Farmsener reagierten und gründeten vor sechs Jahren den Verein Computer Spende Hamburg, der gebrauchte Computer wieder aufrüstet und an Bedürftige verschenkt. Eine Vereinsmitgliedschaft ist dafür nicht
Voraussetzung. Der Verein hat deutschlandweit 147 Mitglieder und außer in Hamburg auch Niederlassungen in Bergheim bei Köln, in Mühlheim / Ruhr sowie Augsburg. Er betreibt in Bergedorf ein größeres Lager, weiterer kostengünstiger Lagerraum wird noch gesucht. Seit einem halben Jahr ist Oliver Paehlke Leiter der Ortsgruppe Wandsbek. Der Dulsberger prüft die gespendeten PCs auf Herz und Nieren, arbeitet sie auf, vervollständigt und reinigt sie und gibt sie dann inklusive Monitor, Tastatur und Maus weiter. Die Festplatten werden vorher aus Datenschutzgründen nach NASA-Standard formatiert. So wird sichergestellt, dass kein Material des Vorbesitzers mehr aufrufbar ist. Durchschnittlich zwei Stunden benötigt er pro PC. „Älter als zehn Jahre dürfen die Computer nicht sein“, sagt Paehlke, der hofft, dass vermehrt Firmen Computer spenden. Denn die sollten nicht älter als zehn Jahre sein. „Bis zu fünf Jahre wäre perfekt“, ergänzt er mit Blick auf die XP-Generation und Windows 7 – „da läuft noch alles.“ Software wird nicht gespendet, aber „zum Start spielen wir eine Software-Testversion für 30 Tage auf.“ Im Kulturschloss Wandsbek bietet Paehlke, ebenso wie zwei weitere Vereinsmitglieder, Lehrgänge zum Verständnis sowie zur Einführung in die Materie an. „Wenn sechs, sieben Anfragen vorliegen, starten wir einen neuen Kursus“, erklärt der 41-Jährige, der lange als IT-System-Elektroniker gearbeitet hat und derzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeitsfähig ist. „So bleibe ich im Bilde“, sagt er über seinen ehrenamtlichen Einsatz zu Hause. Der gebürtige Eilbeker bekam als Siebenjähriger seinen ersten Computer vom Vater geschenkt, „einen alten Commodore 64 – die Basis meiner Begeisterung für die Programmierung“. Er lernte schnell, und mit 14 Jahren hat er dann seinem Vater gezeigt, wo’s mit der Technik künftig lang geht, wie Paehlke sagt. Trotzdem, nach dem Realschulabschluss hatte Oliver Paehlke zunächst eine Lehre als Elektroinstallateur absolviert, bevor er sich dem IT-Bereich zuwandte. Inzwischen schätzt seine Familie ihn schon viele Jahre als Ansprechpartner, wenn es mal wieder Probleme mit dem Computer gibt. Was Oliver Paehlke macht, wenn er sich nicht mit PCs beschäftigt? „Ich spiele gern Rollenspiele wie Pen and Paper – ohne Computer, sowie Brettspiele. Außerdem treffe ich mich gern mit Freunden oder gehe zum Billard oder Bowling spielen sowie ins Kino.

Wer einen Computer benötigt, kann sich bei ihm melden unter Telefon 65 72 97 40. Oder schaut ins Internet: www.computerspendehamburg.de beziehungsweise auf die Seite der Ortsgruppe Wandsbek unter www.cshh-wandsbek.de
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Oliver Paehlke aus Dulsberg | 20.01.2016 | 11:33  
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