Wie Schüler die Welt sehen

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Alexandra (l.)und Lara haben sich zur Ausstellung Streamlines ihre eigenen Gedanken gemacht. Die Welt sehen sie als eine Gefangene, die Menschen als die Verursacher des ganzen Elends Foto: kg

Stadtteilschüler aus Rahlstedt verarbeiten aktuelle Themen in der Kunst

Von Karen Grell
Rahlstedt
Unter dem Motto „Schüler machen Kunst“ hat die Stadtteilschule Altrahlstedt im Rahmen des Workshops „Kunstlabor 6“ zur Ausstellung Streamlines in den Deichtorhallen eine eigene Präsentation kreiert. Das Projekt für Jugendliche wurde von den Künstlern Sabine Flunker und André Lützen begleitet. Im Fokus stand dabei die Diskussion um die Entwicklung auf der Erde, die Umweltverschmutzung, der globale Handel und die Konsequenzen, die daraus für den Menschen entstehen. Alexandra (18) hat die Welt aus Pappmaché erstellt und mit Netzen das Gefangensein in den bösen Absichten dargestellt. Nur einige gelbe Flecken, die sie bei ihrem Werk freigelassen hat, zeigen „das wenige Gute, das noch geblieben ist“, so die 18-jährige Schülerin. Mit unterschiedlichsten Mitteln, wie bearbeitete Fotos, Bleistiftzeichnungen, Pappmaché und jeder Menge Kreativität konnten die Schüler eine Vielfalt an Kunstwerken zum Thema Streamlines für ihre eigene Ausstellung entwerfen, die noch bis Ende März in den Deichtorhallen zu sehen sein wird. Lara hat zunächst Wasser fotografiert, dann aus den fertigen Bildern Schiffe gefaltet und rote Farbe aufgetragen. „Die Schiffe sollen auf die Flüchtlingsproblematik hinweisen, die rote Farbe symbolisch für das Elend sprechen, das diese Reise mit sich bringt“, erklärt Lara.
Plastik im Wasser? Für Janina und Anneke ein globales Problem und mit dem Titel „Verlorener Glanz“ auch ein Zeichen dafür, wie wenig vielleicht noch zu retten ist, wenn es nicht schon heute eine Veränderung geben würde. Alexandra und Lara finden, dass jeder einzelne ganz leicht zu diesen Veränderungen beitragen kann: „Wir achten beispielweise bei den Collegeblöcken, die wir für die Schule kaufen darauf, dass diese aus Recycling-Papier hergestellt worden sind“, sagt Alexandra.
Viele würden sich über steigende Kosten für Busfahrkarten beschweren, beobachten die Schülerinnen, seien aber auch nicht bereit mal das Fahrrad zu nehmen. Die Werke der Schüler aus unterschiedlichen Schulen Hamburgs sind alle gemeinsam überwältigend. Pinguine in deren Körper per Computeranimation Müll hineinprojiziert wurde, Fische, die aus Plastiktüten auftauchen, eine zerstörte Erde, die es bis zum Fernsehauftritt schafft und der Schrei eines entsetzten Menschen, der vielleicht doch schon viel zu spät kommt.

„Schüler machen Kunst“Ausstellung noch bis Ende März, Kunstlabor 6, Deichtorhallen
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