Wieder vor Gericht

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Von der Dachterrasse flog ein Farbeimer auf Lkw-Fahrer Ronny F. Foto: Je

Farbeimer-Wurf wird neu verhandelt

Von Martin Jenssen
Wandsbek. Die zunächst fröhliche Party in einer Wohnung in der Wandsbeker Schloßstraße endete im Streit. Kurz vor 2.00 Uhr verließ Lkw-Fahrer Ronny F. (31) das Fest. Er ging unten an dem Haus vorbei, in dem oben immer noch einige Leute feierten. Da flogen plötzlich vom Balkon mehrere gefüllte zehn-Liter-Farbeimer auf den Weg von der Haustür zur Straße. Ronny F. wurde von dem zweiten Eimer, der aus rund zehn Meter Höhe auf den Gartenweg flog, getroffen. Das Opfer erlitt einen Trümmerbruch der rechten Hand.
Als mutmaßlicher Täter muss sich Stefan T. (29) vor dem Amtsgericht Wandsbek verantworten. Er soll auf dem Fest, das am 26. Juni 2011 stattfand, mit Ronny F. gestritten haben. Der Versicherungskaufmann ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Das Gericht hoffte bei einem Termin in der vergangenen Woche darauf, dass es nach einem Rechtsgespräch zwischen Richterin, Staatsanwaltschaft, Opfer und Angeklagtem zu einer Verständigung kommen könnte. Doch das war nicht der Fall, so dass einer neuer Termin anberaumt werden muss. Zu dem neuen Termin werden dann die Party-Gäste als Zeugen geladen.
Die Party unter dem Motto „High Highsociety meets Hartz IV“, fand in der Wohnung einer jungen Frau statt, die aus Mecklenburg-Vorpommern nach Hamburg gezogen war. Gegen Mitternacht geriet die Feier aus den Fugen. Eine Gruppe junger Leute aus Mecklenburg-Vorpommern soll mit den neuen Hamburger Freunden der Gastgeberin in Streit geraten sein.
Der erste Eimer, der gegen 2.00 Uhr auf den Gehweg flog und zerbarst, spritzte Farbe über den Gehweg und auf mehrere Autos. Der zweite Eimer traf den Lkw-Fahrer und zertrümmert die Knochen seines Handgelenks. Das Gelenk, so berichtete das Opfer in einer ersten Verhandlung im März 2012, wird steif bleiben.
Das Amtsgericht hatte die Verhandlung damals wegen der Höhe der zu erwartenden Strafe an das Landgericht verwiesen. Das Landgericht hielt sich jedoch nicht für zuständig. Deshalb ging der Fall zurück an das Amtsgericht in Wandsbek. (je)
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