Winterhartes Hobby

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Im Sommer ist der Garten der Rennebergs ein Paradies mit TeichFoto: J. R.
 
Jan Renneberg bringt eine Clivie vor dem Frost in Sicherheit Foto: Christa Möller

Ein Besuch bei den „Staudenfreunden“

Von Christa Möller
Bramfeld / Sasel. Die Gartenleidenschaft hat Gabriele Renneberg nicht erst im eigenen Grün gepackt: Schon als Kind hat sie in Papas Garten gewerkelt. Als ihre eigenen Kinder dem Spielalter entwachsen waren, wandelte sich auch der Garten in Sasel, machten Spielgeräte, Sandkiste und der größte Teil des Rasens der stetig steigenden Anzahl von Stauden Platz. Schon vor 23 Jahren wurde Gabriele Renneberg Mitglied bei der Gesellschaft der Staudenfreunde – aufgrund ihrer Begeisterung für Iris. „Ich hatte festgestellt, dass es in der Nähe einen Herrn gibt, der Bartiris züchtet.“ Der leitete damals die Hamburger Regionalgruppe, ein Amt, das später auch Gabriele Renneberg sechs Jahre lang inne hatte.

Gerne auch Exoten

Mit ihrer Gartenbegeisterung hat sie längst ihren Mann Jan Renneberg angesteckt, der vor fünf Jahren den Vorsitz der Hamburger Regionalgruppe übernommen hat. Das Organisatorische liegt dem Systemprogrammierer besonders, hier engagiert er sich gern ehrenamtlich. Seine Frau, die als Anwendungsprogrammiererin arbeitet, ist die Pflanzenspezialistin. Sie sagt: „Garten war eigentlich immer mein Thema.“ Inzwischen gehen sie gemeinsam auf Entdeckungstour in Gärtnereien, besuchen Gartenmärkte und nehmen Anregungen aus anderen Gärten auf. Dabei entdeckte Jan Renneberg sein Faible für Ahorne, von denen der 56-Jährige über zwanzig in seinem Garten zusammengetragen hat.
Gemeinsam ist das Paar auch häufig auf seinem knapp 1.200 Quadratmeter großen Grundstück mit Gemüsegarten und Schwimmteich aktiv. Als ein Nachbar Gabriele Renneberg Reiser schenkte, nahm sie an einem Seminar zur Obstbaumveredelung teil und setzte das Erlernte auch gleich erfolgreich um: Die Zweige wuchsen an. In ihrem Garten gedeihen inzwischen zahlreiche Sträucher und Stauden. Neben Iris liebt die 53-Jährige Taglilien, von denen sie Dutzende gesammelt hat, aber auch 140 Hosta-Varianten sowie mehrere Sorten Buschwindröschen und Salomonsiegel, die in schattigeren Bereichen wachsen. Sie bevorzugt Raritäten wie die Arisaema (Feuerkolben) oder Trillium (Waldlilie), fündig wurde sie schon häufig auf dem Pflanzenmarkt des Freilichtmuseums Kiekeberg.
Baumfarn und Canna
Frostempfindliche Exemplare verbringen die kalte Jahreszeit im kühlen Wintergarten. Dazu zählt der Baumfarn („den haben wir aus England mitgebracht“), die aus Österreich stammende Zitrone mit panaschierten Blättern und gestreiften Früchten, die erst im reifen Zustand gelb werden, sowie Canna (Blumenrohr), Dahlien, Agapanthus (Schmucklilie) oder Clivie.
Immer mal wieder wandelt sich das Bild des Gartens, denn „ich finde fast auf jedem Markt irgendwas“, sagt Gabriele Renneberg, die auch Kletterpflanzen wie Efeu, Blauregen oder Clematis nicht immer widerstehen kann. Und es geht ja auch mal etwas ein, so etwa die Fackellilien in dem harten Winter vor zwei Jahren. Wenn es dagegen gar zu viel grünt, dann werden Ableger an andere Gartenfreunde weitergegeben. Gelegenheit zum Pflanzen- und Erfahrungsaustausch besteht alle vier Wochen bei den Treffen der Staudenfreunde (zumeist an jedem 2. Sonntag im Monat im Seminarraum im Stallgebäude des Gutes Karlshöhe, Karlshöhe 60 d, in Bramfeld). Hier finden außerdem regelmäßig Vorträge statt.

Termine ab Januar

Die nächsten Termine sind am Sonntag, 12. Januar, 10 – 12.30 Uhr, Vortrag der Gärtnerei Westphal über Clematis, und am Sonntag, 9. Februar, 10 – 12.30 Uhr, Vortrag der Gärtnerei Hachmann über Rhododendren. Im nächsten Jahr organisiert die Regionalgruppe den 2. Pflanzenmarkt auf dem Gut Karlshöhe, an dem sich neben einigen Pflanzenfreunden wieder kleine Gärtnereien aus dem Umland beteiligen werden. Termin ist der 6. April von 10 bis 16 Uhr.
In der Saison gehen die Gruppenmitglieder auch gern mal auf Gartenreise in Deutschland sowie Belgien, den Niederlanden oder Luxemburg. Und Tagesausflüge in schöne Gärten oder Parks sowie besondere Gärtnereien im Umland stehen auch immer mal auf dem Programm. Favorit des Ehepaares Renneberg ist der Garten der Horizonte in Heidgraben bei Tornesch, aber auch den Park der Gärten in Bad Zwischenahn auf dem ehemaligen Gartenschaugelände sowie den Förster-Garten bei Potsdam besucht es immer wieder gern. Die Rennebergs öffnen übrigens auch ihren eigenen Garten seit einigen Jahren regelmäßig für Besucher.

Hamburger Regionalgruppe

Die Hamburger Regionalgruppe der Staudenfreunde, ein Verein, der einst aus der Iris- und Liliengesellschaft hervorging, hat bundesweit sowie im angrenzenden Ausland über 4.400 Mitglieder zwischen Mitte 30 und Mitte 90, verteilt auf 30 Regionalgruppen und diverse Fachgruppen, die sich beispielsweise auf Iris, Lilien, Farne oder Gräser spezialisiert haben.
Der in Rennebergs Garten reichlich anfallende Grünabfall wird kompostiert und kommt den Stauden so wieder zugute, außerdem wird mit Blaukorn gedüngt. Ihr Gartentipp geht aber in eine ganz andere Richtung: „Nicht einfach irgendwas pflanzen, sondern sich vorher über die Bedürfnisse der Pflanzen informieren“, rät sie und meint damit Bodenbeschaffenheit, Sonne/Schatten, Größe. Was in ihrem Garten keinen Platz findet, bringt sie schnell auf den Punkt: „Heide und Rosen“. Heide wirke nur großflächig, außerdem eigne sich der Boden in ihrem Garten nicht. Und Rosen? „Die pieken.“

Infos bei Jan Renneberg Tel.: 601 69 26 oder gds-taudenfreunde.de/hamburg
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