Wir sind die Sielbauer von Hamburg-Marienthal!

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Die kaufmännische Geschäftsführerin Nathalie Leroy und Geschäftsführer Michael Beckereit im Siel Marienthal Fotos: ms
 
Ein Blick in die Baugrube des Speichersiels Marienthal

In 17 Metern Tiefe verlegt Hamburg Wasser neues Mega-Rohr, das die Menge von 24.000 Badewannen fasst. Arbeiten bis März 2015

Von Mathias Sichting
Marienthal Das Unternehmen Hamburg Wasser zieht Bilanz. Das Jahr 2013 war für den städtischen Versorger mit mehr als 2.000 Mitarbeitern herausfordernd, aber erfolgreich. Gerade der trockene Sommer in Hamburg hat zu einem Wasser-Mehrverbrauch geführt. Finanziell steht der Versorgungsriese laut kaufmännischer Geschäftsführerin Nathalie Leroy unter anderem auch dadurch gut da. Sie blickt insgesamt auf ein positives Geschäftsjahr zurück: Die Hamburger Wasserwerke GmbH erwirtschaftete 30,6 Millionen Euro (Vorjahr 30,1 Millionen Euro), die Hamburger Stadtentwässerung AöR erzielt einen Überschuss von 31,9 Millionen Euro.

Gefahr durch versiegelte Innenstadtflächen

Der Ausbau der städtischen Kanalisation steht ganz oben auf der Agenda des Versorgers. Insgesamt wurden mit Investitionen in Höhe von 139 Millionen Euro wichtige Weichen gestellt, damit das „hohe Niveau der Ver- und Entsorgungsleistungen dauerhaft“ gesichert wird. Problematisch ist laut Geschäftsführer Michael Beckereit die zunehmende Bebauung und damit verbundene Versiegelung der Innenstadt. In Kombination mit temporär auftretendem Starkregen stößt das Hamburger Sielsystem an seine Grenzen. Punktuell müssen immer größere Mengen an Regenwasser aufgenommen und abgeleitet werden. In diesem Jahr hat Hamburg Wasser ein 150 Millionen Euro schweres Investitionspaket für die Hansestadt geschnürt. „Dieses umfasst sechs Großprojekte, mit denen die Kanalisation bis 2016 strategisch ausgebaut wird“, erläutert Beckereit. „Wir halten unser Netz nicht nur in Stand, sondern verbessern das Ableitungsvermögen gezielt.“ Unter anderem soll die Zahl der Rohrbrüche weiter gesenkt werden. Künftig wird es laut Beckereit aber darauf ankommen, die städtischen Flächen nicht weiter zu versiegeln. „Wir müssen Grundstückseigentümer und Bauherren in die Pflicht nehmen, damit sie ihren Teil zur Bewältigung der Aufgabe beitragen“, so der Geschäftsführer.

Baustelle in Marienthal

Aktuell baut das Unternehmen in Marienthal ein neues Speichersiel. In zehn bis 17 Metern unterhalb der Straße werden Betonröhren mit einem Durchmesser von 2,40 Metern verbaut. Das imposante Sielbauwerk erstreckt sich auf etwa 850 Meter von der Jüthornstraße bis zur Stoltenbrücke. Am Tag kommen die Bauarbeiten zehn Meter voran. „Die drei bis vier Meter langen Sielröhren werden maschinell mit Druckluft ins Erdreich gebracht und unter der Erde von Hand verschweißt. Bei Starkregen soll das Speichersiel mit einem Fassungsvermögen von 3.800 Kubikmetern (etwa 24.000 Badewannen), als wirkungsvoller Überlaufpuffer dienen. Damit entlastet es vor allem die südlich der Wandse gelegenen Misch- und Regenwassereinzugsgebiete“, weiß Projektingenieur Christoph Kwieduk. Die Jüthornstraße und die Oktaviostraße sowie daran angrenzende Straßen sollen davon profitieren. Das vorhandene Netz ist vor Ort bei Starkregen vermehrt an die Belastungsgrenze gestoßen. An der Stoltenbrücke wird das neue Siel an eine Abwasserhauptleitung angeschlossen. Diese führt auf direktem Weg zum Klärwerk Köhlbrandhöft.

Anwohner sind beruhigt

Sehr interessiert verfolgte Anwohnerin Heidi Schoen die Bauarbeiten in den vergangenen Wochen. Ihre mit Beginn der Baumaßnahme im Frühjahr 2013 entstandenen Bedenken konnten schnell ausgeräumt werden: „Wir waren anfangs sehr überrascht, dass solch ein großes Siel durch unsere Straße gebaut wird. Wenn aber alles wie geplant verläuft, ist es ja in Ordnung. Wir haben uns jetzt auf die Baustelle und die Unannehmlichkeiten eingerichtet. Die Bauarbeiter sind wirklich sehr freundlich und lassen uns regelmäßig von oben in die riesige Baugrube schauen.“ Bis Ende März 2015 werden die Arbeiten am Entlastungssiel in Marienthal noch andauern.

Das Speichersiel in Zahlen
Abflusskapazität von 1,6 m3/s, Innendurch-messer des Siels: 2,40 Meter, Länge des Sieles: 850 Meter in einer Tiefe von 10 bis 17 Metern (unterhalb der Straße), Bauweise: Unterirdischer Vortrieb unter Druckluft, dabei werden einzelne runde Fertigbauteile nacheinander in das Erdreich geschoben. Jedes Fertigbauteil ist zwischen drei und vier Meter lang und wiegt zwischen 20 und 30 Tonnen. Kosten für das Projekt in Marienthal: 11 Millionen Euro
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