„Wir sind enttäuscht“

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„Die Schulbehörde hat enttäuscht“, bringt Ute Lorenzen-Düwer ihre Kritik auf den Punkt. Foto: güb
 
Für Claudia Folkers hat die Schulbehörde die Qualität des Konzeptes bei ihrer Entscheidung einfach ignoriert.

Schulbehörde lehnt teilgebundene Ganztagsschule Oldenfelde ab

Von Günther Brockmann
Oldenfelde. Große Enttäuschung herrscht bei Schülern, Eltern und Lehrern der Stadtteilschule Oldenfelde. Die Schulbehörde hat den von allen getragenen Wunsch der Schule Oldenfelde abgelehnt, die Schule als teilgebundene Ganztagsschule im nächsten Schuljahr zu führen. „Von der Behörde werden durchdachte, gut strukturierte, arbeitsintensive, transparent kommunizierte Pläne einer selbstverantworteten Schule willkürlich infrage gestellt. Das bedeutet einen extremen Vertrauensverlust von Eltern in die Schulbehörde. Die Haltung „Den letzten beißen die Hunde“ entbehrt im übrigen jeder demokratischen, transparenten und auch rechtlichen Grundlage“, schreibt Ute Lorenzen-Düwer, Vorsitzende des Elternrates der Stadtteilschule Oldenfelde, in einem Brief an Schulsenator Ties Rabe. Auf eine Antwort des Briefes vom 1. März wartet sie heute noch.
Die Stadtteilschule Oldenfelde bietet den Schülerinnen und Schülern ein Ganztagesangebot in offener Form, die sogenannte offene Ganztagsschule. Die offene Form der Ganztagsschule ermöglicht den Schülerinnen und Schülern nach dem verpflichtenden Unterricht, der durchschnittlich um 13.30 Uhr endet, auch ein Angebot am Nachmittag zu nutzen. Bei offenen Ganztagsschulen ist die Teilnahme der Kinder am Nachmittagsangebot nicht verpflichtend, denn diese Schulform legt den Unterricht ausschließlich auf den Vormittag, am Nachmittag liegen Freizeit-, Neigungs- und Förderkurse.
Lernen und Freizeit
Nach langen Beratungen der Eltern und des Kollegiums hatte sich die Schule nun entschieden, in eine sogenannte teilgebundene Ganztagsschule wechseln zu wollen. In dieser Schulform verteilt sich der Unterricht über den ganzen Tag und wechselt sich mit Bewegungs- und Freizeitangeboten sowie individuellen Lernphasen ab. Das pädagogische Fachpersonal wird in den Tagesablauf eingebunden. Bei teilgebundenen Ganztagsschulen werden meist zwei Tage die Woche im Ganztag verpflichtend unterrichtet, an den anderen Tagen gibt es ein freiwillig zu wählendes Angebot, ähnlich wie in der offenen Ganztagsschule.
Die Stadtteilschule Oldenfelde sah in dem Wunsch zum Wechsel zur teilgebundenen Ganztagsschule den Vorteil der Gleichbehandlung aller Schülerinnen und Schüler und die Chance, an bestimmten Tagen der Woche verpflichtende Unterrichtseinheiten auch am Nachmittag geben zu können um damit auch eine Entzerrung der Pflichtstunden im Halbtag erzielen zu können. Leider entsprach nun die Schulbehörde diesem Wunsch nicht. Auf eine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion antwortete die Schulbehörde:
Behörde lehnt ab
„Nach dem Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft aus dem Juni 2012 stehen die Vorgaben des § 13 Absatz 2 a Hamburgisches Schulgesetz (HmbSG) einer grundsätzlichen Umwandlung in eine teilgebundene Ganztagsschule entgegen, da für Sorgeberechtigte und ihre Kinder ein regional ausgewogenes Angebot an Halbtagsbeschulung in zumutbarer Entfernung zum Wohnort sicherzustellen ist. Die anderen ganztägigen Angebote in der betroffenen Region sind bereits teilgebunden organisiert.“
„Offensichtlich ist die Stadtteilschule Oldenfelde schlicht zu spät auf den Zug aufgesprungen, denn nicht die Qualität des Konzeptes ist ausschlaggebend für eine Genehmigung, vielmehr hat das Prinzip „wer zuerst kommt, malt zuerst“ zu der Entscheidung der Schulbehörde geführt“, so Claudia Folkers, Fachsprecherin für Schule der CDU-
Fraktion in der Bezirksversammlung Wandsbek.
Enttäuschung
„Die Enttäuschung, aber auch die Verärgerung über dieses Windhundprinzip ist bei den Eltern der Schule groß“, sagte Ute Lorenzen-Düwer. „Selbstverständlich wird es aber auch zukünftig ein Angebot für eine ganztägige Betreuung geben - aber eben „nur“ in der offenen Form. Wir haben unser Konzept für die teilgebundene Ganzstagsschule in großer Eintracht mit Eltern und Lehrern entwickelt. Wir hätten es auch gern in die Tat umgesetzt“, betont Schulleiter Ralf Stolle. Seine Enttäuschung darüber, dass die teilgebundene Ganztagsschule nicht möglich ist, ist ihm anzumerken. (güb)
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