Wo Überflüssiges „flüssig“ gemacht wird

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Das Oxfam-Team: (v.l.) Margot Weinberg, Andrea Schoer und Andrea HeldFoto: Christa Möller

Zehn Jahre Oxfam in Wandsbek

Von Christa Möller
Wandsbek. Andrea Schoer leistete sozusagen Pionierarbeit: Sie gehörte schon zum Team, als der Oxfam-Shop an der Wandsbeker Marktstraße 10 vor zehn Jahren erstmals seine Türen öffnete. „Ich war dabei, als der Laden noch eine Baustelle gewesen ist“, erinnert sie sich. Andrea Schoer ist zuständig für den Bereich Garderobe, sie hat auch die Schichtleitung. Immerhin 83 ehrenamtliche Mitarbeiter, viele Frauen, wenige Männer, verkaufen in Wandsbek Secondhand-Waren für den guten Zweck – frei nach dem Oxfam-Motto: Wir machen Überflüssiges flüssig. Manche sind nur einen halben Tag da, andere engagieren sich öfter – je nach Zeit. „Jeder preist sein Gebiet“, sagt Andrea Schoer, das heißt, jeder engagiert sich in dem Bereich, wo er sich auskennt. Denn das Angebot ist vielschichtig, umfasst Bekleidung und Accessoires, antikes Geschirr, Kristall, Bücher, echten und Modeschmuck, Spielsachen, Tischdecken und Bettwäsche sowie CDs, Hörbücher. Entsprechende Spenden nimmt das Team gern an. Garderobe und Bücher sind am meisten nachgefragt, aber auch die anderen Waren finden ihre Käufer. Für fünfzig Cent gibt es kleine Kinderbücher und auch manch anderes Teil belastet die Haushaltskasse beim Kauf nur unwesentlich. Oxfam hat neben der Laufkundschaft längst auch Stammkunden, die immer mal wieder vorbeischauen. Und das lohnt sich, schließlich wechselt das Angebot ständig. Und manchmal ist ein echtes Schnäppchen dabei. „Eines der teuersten Stücke war ein Glasvogel der finnischen Design-Marke Ittala, den wir für 240 Euro verkauft haben“, sagt Andrea Schoer, die sich auch an eine bemerkenswerte Begebenheit erinnert. Denn vor einigen Jahren hat eine Kundin sogar einen lebendigen Papagei abgegeben. „Der sollte nur für zehn Minuten hierbleiben, aber sie kam und kam nicht wieder. Einige Kunden wollten ihn schon mitnehmen.“ Erst abends kam die Dame schließlich doch noch zurück, um ihr Haustier abzuholen.
Geöffnet ist montags bis freitags von 10 – 19 Uhr, sonnabends von 10 bis 14 Uhr. Die ehrenamtliche Leitung des Shops teilen sich Horst Böhme, Katrin Kroker und Monika Voss, die als Ansprechpartner zur Verfügung stehen,
t 67 04 92 72.

u Vier Engländer und ein Deutscher gründeten 1948 den ersten Oxfam-Shop in der britischen Stadt Oxford, um der hungernden Zivilbevölkerung zu helfen. Seit Ende der 50er Jahre hat sich Oxfam weltweit einen Namen als Hilfs- und Entwicklungsorganisation gemacht. Oxfam steht für Oxford Committee for Famine Relief, also Oxforder Komitee zur Linderung von Hungersnot.
Der erste deutsche Shop
wurde 1985 in Bonn eröffnet.
www.oxfam.de
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