Wohnen im Baumarkt

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Im ehemaligen Baumarkt am Hellmesbergerweg sind derzeit 210 Menschen untergebracht Foto: rg

Unterkunft Hellmesbergerweg in Betrieb. Platz für 600 Flüchtlinge

Von Rainer Glitz
Meiendorf
Der Parkplatz des ehemaligen „Praktiker“-Marktes ist fast flächendeckend mit Container-Modulen vollgestellt. Die Schriftzüge des Baumarktes wurden entfernt, die Zufahrt zum Gelände wird von einem Wachdienst kontrolliert. Ein Mann mit seiner kleinen Tochter kommt mit einer Tüte aus dem Supermarkt nebenan und geht in die neue Unterkunft. Vor einer Woche sind hier die ersten Flüchtlinge untergebracht worden. „Zurzeit haben wir 210 Bewohner. Es sind Familien mit Kindern, etwa 60 davon sind schulpflichtig“, erklärte Annika Hansen, Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt Awo, der Betreiberin der Unterkunft. Die Menschen seien aus dem Irak, Syrien, Afghanistan und Serbien. „Die Flüchtlinge sind gerade dabei, ihren Alltag einzurichten“, so Hansen weiter. 20 Mitarbeiter der Awo kümmern sich um die Neuankömmlinge. Sie haben sich entsprechend auf ihre Aufgabe vorbereitet und sprechen insgesamt 15 verschiedene Sprachen – von Englisch, Farsi und Dari bis hin zu Arabisch. Die ersten Deutschkurse haben bereits begonnen. Unterstützung sollen die Hauptamtlichen von ehrenamtlichen Helfern bekommen. Einmal von der Awo selbst, vor allem aber von der Initiative „Meiendorf hilft“. Geplant sind beispielsweise eine Kleiderkammer, eine Sport-AG, Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Patenschaften.

Privatsphäre achten


Die umgebauten Hallen bieten 36 mit Leichtbauwänden abgetrennte Wohnbereiche. Für Frauen und Mütter mit Kindern gibt es einen separaten Wohn- und Schlafbereich sowie Sanitäranlagen im Gebäude. „Wir achten auf die Privatsphäre der Bewohner“, sagte Christiane Kuhrt, Sprecherin des Zentralen Koordinierungstabes Flüchtlinge der Innenbehörde. Die anderen nach Geschlechtern getrennten Sanitäranlagen befinden sich auf dem ehemaligen Parkplatz. Auf dem Außengelände befinden sich auch Räume für eine Kinderbetreuung, ein Internetcafé und eine Fahrradwerkstatt. Die Unterkunft hat eine Kantine, in der dreimal täglich Essen ausgegeben wird. „Wir haben im ehemaligen Baumarkt das Beste daraus gemacht“, sagt Christiane Kuhrt. So sei die Fußbodenheizung kein Luxus, sondern die vernünftigste Lösung für die großen Hallen.
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