Wohnprojekte stellen sich vor

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Ein Spielplatz direkt vor dem Haus – das gibt es im Erika-Mann-Bogen nur im Wohnprojekt „Junges Wohnen“. Hier leben 42 Kinder unter einem Dach.
 
Saskia Wendt, Claudia Schneider und Heidrun Daschkey (v.l.) leben gerne im Wohnprojekt. Größter Vorteil für sie ist die gegenseitige Hilfe in der Kinderbetreuung.Fotos: Lublow

Teil 2: „Junges Wohnen“ – 42 Kinder unter einem Dach

Von Sylvana Lublow

Eilbek. An der Grenze zu Wandsbek auf dem ehemaligen Gelände des Eilbeker Krankenhauses liegt der Erika-Mann-Bogen. Zwischen 2008 und 2009 konnten die Häuser nach langer Planungs- und Bauzeit endlich bezogen werden.

Das Besondere: Hier leben die Bewohner in neun unterschiedlichen und generationsübergreifenden Wohnprojekten: drei Wohnungsbaugenossenschaften, ein Kombimodell und fünf Eigentumsprojekte. Das Hamburger WochenBlatt stellt einige von ihnen in loser Folge vor.
„Bei uns ist es immer laut“, sagt Saskia Wendt. Die 40-Jährige lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen seit November 2009 im Wohnprojekt „Junges Wohnen“. Hier leben überwiegend Familien mit Kindern im Kleinkind- und Schulkindalter. 42 von ihnen leben in den Hausnummern 5, 7 und 9. Es gibt aber auch sechs Parteien ohne Kinder. Die Bewohner leben in geförderten Mietwohnungen mit Balkon oder Terrasse.
Ein großes Trampolin steht im Gemeinschaftsgarten, dort gibt es auch einen kleinen Spielplatz. Hier treffen sich die kleinen und größeren Bewohner jeden Nachmittag.

Gemeinsam wird geplant

„Die Kinder spielen toll miteinander. Das Trampolin ist bereits das zweite, das angeschafft werden musste. Das erste erlag dem Dauerhüpfen. „Wir haben zu Beginn des Sommers einen Straßenflohmarkt veranstaltet. Die Einnahmen der gespendeten Kuchen wurden in das neue Trampolin gesteckt“, sagt Heidrun Daschkey, ebenfalls Mutter von zwei Söhnen. Der vom Wohnprojekt gegründete und gleichnamige Verein steuerte ebenfalls einen Betrag bei. Ob und was für die Kinder im Wohnprojekt angeschafft werden soll, entscheidet das jüngst gegründete Kinderparlament, das von drei Müttern geleitet wird.
„Wir kommen ein Mal im Monat zusammen. Dann besprechen wir verschiedene Aktivitäten, legen Regeln fest und lernen, Konflikte zu lösen“, erklärt Saskia Wendt, die dem Parlament vorsteht. Demnächst stehe ein großes Fußballturnier an, an dem alle Erika-Mann-Bewohner teilnehmen können. „Ich finde es toll, hier zu wohnen. Es sind immer Kinder draußen und der Weg zum Trampolin ist kurz“, sagt der elfjährige Anton Daschkey.

Gruppenzwang gibt es nicht

Das Zusammenleben im Wohnprojekt hat vor allem für die Eltern Vorteile. „Wir unterstützen uns gegenseitig in der Kinderbetreuung. Das macht das Leben leichter“, schwärmt Saskia Wendt. „Es kann vorkommen, dass am Abendbrottisch noch sechs andere Kinder sitzen.“ Aber auch die Pflichten kommen nicht zu kurz: Vier mal im Jahr wird gemeinsam geputzt. Auch die Außenanlagen werden von den Bewohnern instand gehalten. Und wie in jedem Wohnprojekt gibt es auch hier einen Gemeinschaftsraum und einen Gemeinschaftsgarten, die es zu pflegen gilt.
„Leben in einem Wohnprojekt ist zeitaufwendig, hat aber Vorteile“, sagt Daschkey. „Bei uns gibt es keinen Gruppenzwang. Wer an gemeinsamen Veranstaltungen nicht teilnehmen möchte, muss es auch nicht.“ Zusammenhalt und Familienfreundlichkeit stehen im „Jungen Wohnen“ ganz oben auf der Liste der Vorteile. Da wird auch über den Krach der 42 Kinder hinweggesehen.
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