Zwei Schwestern engagieren sich

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Sachspenden bringen die beiden Schwestern jede Woche in die Flüchtlingseinrichtung. Das Engagement bei den Farmsenern ist groß Foto: Grell

Sammlung für Flüchtlinge ein unerwarteter Erfolg

Farmsen Zwei Schwestern aus Farmsen wollten eigentlich nur eine Rutsche und ein wenig Sandspielzeug verschenken, weil ihre Enkel aus dem Kleinkindalter herausgewachsen waren und mussten feststellen, dass es gar nicht so leicht ist mit der guten Tat. Keine Kita im Umfeld war an den ausrangierten Spielzeugen von Bärbel Rotta (72) und Ute Eggers (76) interessiert. Durch einen Bericht über die Flüchtlinge, die jetzt in der August-Krogmann-Straße untergebracht sind, kamen beide dann auf die Idee, einfach dort nachzufragen. „Mit offenen Armen wurden unsere Spenden dort empfangen“, erinnern die Schwestern heute. Was im Oktober mit der kleinen Rutsche und ein paar Sandeimern begann, ist heute zu einer großen Hilfsaktion geworden, für die beiden engagierten Damen sogar mit dem eigenen Wagen bis nach Wismar fahren, um Spenden von Freunden für die Flüchtlinge in Farmsen abzuholen. „Wir haben so viel Freude am Helfen“, sagt Ute Eggers, die fast blind ist und oft den Telefondienst übernimmt, während Schwester Bärbel unterwegs ist und die Spenden einsammelt.
Sie haben Werbung für die gute Sache im Seniorenzentrum Berne gemacht, wo sie beide wohnen. Und an fast jedem Morgen stehen jetzt Tüten mit Kuscheltiere, Kleidung, Buntstifte und Malblöcke vor Utes Tür. Wer keine Sachspenden abgeben möchte, der unterstützt mit einem Euro, der ins rote Sparschwein geworfen wird, das gleich am Eingang der Senioreneinrichtung steht. Das Spendenaufkommen sei im Augenblick so groß, dass sie Weihnachten in der eigenen Wohnung zwischen Kartons gefeiert haben.
Von den Spenden aus dem roten Sparschwein haben Bärbel und Ute erst kürzlich über 200 Hefte gekauft und freuen sich jedes Mal, wenn sie ihre Spenden zur Unterkunft bringen, über die positive Resonanz. Für die Ablehnung, die es auch im Stadtteil gibt, schämen sich die beiden. Einige der Flyer, die sie selber geschrieben und verteilt haben, kamen mit bösen Bemerkungen zurück. „Das waren aber die wenigsten und das hat unser Engagement nur noch vorangetrieben“. (kg)
Kontakt Ute Eggers 88 18 76 44
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 14.01.2015 | 10:19  
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