Amtsgericht Wandsbek: Bewährungsstrafe für Pädophilen

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Urteil: Thomas K. aus Rahlstedt hatte 26.453 ungelöschte Bild- und 804 ungelöschte Videodateien mit kinderpornografischen Inhalten. Jetzt soll er eine Sexualtherapie im Universitätsklinikum Eppendorf machen Symbolfoto: thinkstock

Thomas K. aus Rahlstedt hatte tausende Bild- und Videodateien auf seinem Rechner. Statt Haft soll er eine Sexualtherapie im UKE machen

Rahlstedt/Wandsbek Es ist widerlich und traurig. Jedes Jahr werden immer noch unzählige Kinder in aller Welt von Männern und Frauen sexuell missbraucht und dabei oft brutal vergewaltigt. Für pädophil veranlagte Menschen werden diese schrecklichen Taten gefilmt. Kinder, die diesen Sexverbrechern zum Opfer fallen, leiden ihr ganzes Leben darunter. Auf der Anklagebank vor dem Wandsbeker Amtsgericht musste sich Elektroniker Thomas K. (46) verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: „Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften.“ In seiner Wohnung in Rahlstedt hatte die Polizei auf verschiedenen Datenträgern insgesamt 26.453 ungelöschte Bild- und 804 ungelöschte Videodateien mit kinderpornografischen Inhalten gefunden. Schrecklich, was die Staatsanwaltschaft bei Durchsicht dieser Dateien alles entdeckte: Weinende Mädchen, die sich gegen den Missbrauch nicht wehren konnten; ein etwa neunjähriges Mädchen, das nur ein Halsband trägt; Missbrauch in den verschiedensten Formen an Jungen und Mädchen, alle kaum zehn Jahre alt. Es waren sogar Filme dabei, in denen sich Sexgangster an fünf- und dreijährigen Kindern vergingen, sogar vor Säuglingen nicht Halt machten.

Staatsanwältin unzufrieden

„Was haben Sie sich dabei gedacht, solche Dateien zu sammeln?“, möchte der Richter von dem Angeklagten wissen. „Es war nur Neugier“, behauptet der Elektroniker. „Es ist sehr leicht, solche Filme aus dem Netz herunterzuladen. Aus heutiger Sicht würde ich aber sagen: Da hatte ich wohl einen Hackenschuss!“ Mit dieser Antwort gibt sich die Staatsanwältin nicht zufrieden. Sie erklärt dem Angeklagten: „Entweder sind Sie pädophil oder Sie stehen auf Gewalt. Einfach ist es nicht, an solche Filme zu kommen. Sie müssen gezielt danach gesucht haben. Wir müssen sicher gehen, dass Sie sich nicht eines Tages ein Kind greifen und dann mit ihm tun, was Sie sich angesehen haben!“

Sexualtherapie im UKE

Thomas K. bekommt noch einmal eine Chance. Er muss nicht in Haft. Das Urteil: Zwei Jahre Gefängnis – mit Bewährung. Damit er unter Kontrolle bleibt, gibt es allerdings Auflagen. Er muss an einer Sexualtherapie im Universitätsklinikum Eppendorf teilnehmen. Während seiner Bewährungszeit, die auf drei Jahre festgelegt wurde, wird ihm außerdem ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. (je)
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