Mädchen aus Wandsbek sexuell missbraucht

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14-Jährige aus Wandsbek wurde in der Bornemannstraße in Harburg sexuell missbraucht. Mutmaßliche Täter zeigen vor Gericht keine Reue Symbolfoto: thinkstock

Mutmaßliche Täter lassen sich feiern. Prozess nicht öffentlich

Von Martin Jenssen
Hamburg-Wandsbek
Es war ein Martyrium für eine 14-jährige Schülerin aus Wandsbek. Sie wurde von einer 15-jährigen „Freundin“ nach Harburg gelockt und dort von mehreren Jugendlichen brutal missbraucht. Von der angeblichen Freundin wurden die Taten auf Handy aufgenommen. Weil die Polizei das Handy sicherstellen konnte, müssen sich nun vier Jugendliche und ein Erwachsener vor einer Jugendstrafkammer des Hamburger Landgerichts verantworten. Die Tat geschah am frühen Morgen des 11. Februar dieses Jahres in einer Wohnung an der Bornemannstraße in Harburg. Dorthin war das betrunkene Opfer mitgenommen worden. Die 14-Jährige war nicht an Alkohol gewöhnt. Ihr Blutalkoholwert lag bei 1,9 Promille, dadurch war sie nicht mehr fähig, sich zu wehren. Zwei der jungen Männer sollen sich sexuell an ihr vergangen haben. Außerdem wurde das Mädchen mit Flaschen und einer Taschenlampe gequält. Das 14-jährige Opfer stand zum Zeitpunkt der Tat unter der Obhut des Jugendamtes und war in einer Jugendwohnung in Wandsbek untergebracht. Nach der Tat sollen die jungen Männer das bewegungsunfähige Mädchen bei eisiger Kälte gegen 6.30 Uhr in einem Hinterhof abgelegt haben. Das Opfer war so hilflos, dass es nicht aufstehen konnte. Aber ihre Hilferufe wurden glücklicher Weise von den Nachbarn in der Bornemannstraße gehört. Die Polizei traf um 7.01 Uhr am Tatort ein. Sanitäter brachten das Mädchen in die Asklepios Klinik Harburg. Sie kam sofort auf die Intensivstation. Ihre Körpertemperatur betrug nur noch 35,4 Grad Celsius.

Ohne Reue


Vier der jugendlichen Angeklagten im Alter zwischen 15 und 17 Jahren wurden in Hamburg geboren. Der Angeklagte Bosko D. (21), der aus Serbien stammt, gilt vor Gericht als Erwachsener. Schlimm der Auftritt der männlichen Angeklagten beim
Einzug aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal. Sie ließen sich von ihren Angehörigen und Freunden im Zuschauerraum feiern. Nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Erst zur Verkündung des Urteils soll die Öffentlichkeit wieder zugelassen werden. Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit soll vor allem die Privatsphäre des Opfers, aber auch der angeklagten Jugendlichen geschützt werden.
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