Todesdrama von Jenfeld aufgeklärt

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Bahgdor S. (25) wurde wegen des versuchten Einbruchs in der Jenfelder Allee zu einer Strafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt Symbolfoto: thinkstock

Zweiter Einbrecher zu Gefängnisstrafe verurteilt

Jenfeld Der dramatische Einbruch mit Todesfolge, der sich am 23. Juni 2015 in einem Einfamilienhaus an der Jenfelder Allee abspielte, ist jetzt vollständig aufgeklärt. Damals wurden der 63-jährige Hauseigentümer Dieter B., und sein 92-jähriger Vater gegen 22.15 Uhr von zwei brutalen Einbrechern aufgesucht. Die Einbrecher wollten eine große Menge Bargeld und eine teure Münzsammlung rauben, die sie in dem Haus vermuteten. Mit kräftigen Fußtritten traten die mit Pfefferspray bewaffneten Einbrecher die Haustür ein.

Hausbesitzer schießt auf Einbrecher

Womit die Einbrecher nicht gerechnet hatten: Der Hauseigentümer war ebenfalls bewaffnet. Er besaß eine alte Pistole, die er zum Einsatz brachte. Er schoss auf den heranstürmenden Moustapha A. (25). Der Einbrecher wurde getroffen. Beide Eindringlinge machten sich nun auf die Flucht. Sie flohen ohne Beute in Richtung Kuehnstraße. Doch nach 150 Metern brach Moustapha A. auf der Straße zusammen. Er verstarb an den Folgen der Schussverletzung.

Drei Jahre und neun Monate

Der zweite Einbrecher kümmerte sich nicht um seinen Kumpel. Er setzte die Flucht fort und blieb lange Zeit unentdeckt. Doch schließlich erwischte es auch ihn. Nach einer mehrwöchigen Verhandlung verurteilte das Hamburger Landgericht den aus Kabul stammenden Bahgdor S. (25) wegen des versuchten Einbruchs in der Jenfelder Allee zu einer Strafe von drei Jahren und neun Monaten. Einbezogen in das Urteil wurden Straftaten (Körperverletzung und Beleidigung) die der Angeklagte an seiner Freundin begangen hatte. Wegen der Körperverletzungen hatte die Freundin ihn bei der Polizei angezeigt. Damals erklärte sie den Polizisten auch, Bahgdor S. habe ihr den Einbruch in Jenfeld gestanden.

Zahlreiche Indizien für Tatbeteiligung

Das allein hätte vermutlich nicht zu einer Verurteilung in diesem Fall ausgereicht. Doch das Gericht hatte viele Zeugen geladen, unter anderen die Brüder und die Freundin des verstorbenen Einbrechers. So soll Bahgdor S. auch auf der Trauerfeier für Moustapha A. die Tatbeteiligung quasi zugegeben haben. Trauergäste hatten ihm vorgeworfen, dass er seinen Freund im Stich gelassen habe. Daraufhin soll Bahgdor S. erklärt haben: „Aber ich habe doch den Krankenwagen gerufen!“ „Eh, Alter, ich bin angeschossen worden“, das sollen die letzten Worte von Moustapha A. gewesen sein. Auch das soll Bahgdor S. mehrmals vor Bekannten erwähnt haben. Diese letzten Worte kann aber nur der Mittäter gehört haben. Der Vorsitzende Richter zu dem Angeklagten: „Alle Indizien zusammen machen uns sicher, dass sie an der Tat beteiligt waren.“ (je)
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