Wandsbek: Schutz gegen Einbruch

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Michael Kammerer (r.) und Robert Golz bei ihrem Vortrag Foto: hbz

Nachbarn sollten Augen offen halten

Wandsbek Über die Einbruchssituation in Wandsbek referierten kürzlich beim Kerngebietsausschuss der Leiter des Landeskriminalamtes 15, Michael Kammerer, und der Leiter des Polizeikommissariats 38, Robert Golz. Die Ausschussmitglieder und Zuhörer erfuhren, dass manche der Täter aus Ländern wie Chile und dem Balkan anreisen, dass die Anzahl der Einbrüche sehr von der Bebauungsdichte eines Gebietes abhängt und dass die Profis vor allem Geld oder Schmuck und Unterhaltungselektronik mitnehmen. LKA-Mann Kammerer sah durchaus Erfolge bei der „Soko Castle“, wie die auf Einbruch spezialisierte Sondertruppe bei der Polizei heißt. „Wir haben, was vordergründig vielleicht wenig erscheint, eine Aufklärungsquote von 8,5 Prozent“, erläuterte er die Ergebnisse in Wandsbek. „Das sieht auf den ersten Blick nicht so erfolgreich aus, ist es aber dennoch angesichts der Mobilität von Einbrechern“, unterstrich er in seinem Referat. Im Vordergrund der Polizeiarbeit steht nach Robert Golz allerdings die Prävention, das heißt die Verhinderung von Einbrüchen. Hier gilt es für mögliche Betroffene ein gutes „Nachbarschaftsnetz“ aufzubauen. „Wenn viele Leute gucken, wer sich in einer Gegend aufhält, ist das ein guter Schutz, fasst er seine Erfahrungen zusammen. Geografische Schwerpunkte in Wandsbek wollten die beiden Kriminalisten nicht benennen. Nur so viel: Marienthal mit seiner Villenstruktur sei ein Anziehungspunkt für Diebe. Golz schildert einen Fall: Eingebrochen wurde im Dezember dort bei Frau Anne L. Die Frau zeigte ihm ihre Terrasse und das aufgehebelte Fenster. Die Täter kamen über den Zaun, nahmen Schmuck und Bargeld mit. Den Computer ließen sie stehen. Sie fühle sich nicht mehr sicher in ihren eigenen vier Wänden, erzählte die Frau dem Polizeibeamten. Auch der Sohn und die Schwiegermutter seien außerordentlich verstört.
Von Bekannten erfuhr Frau L. später dann auch noch, dass es in der näheren Umgebung in dem Zeitraum des Einbruches rund 20 weitere Einbrüche und Diebstähle in Marienthal gab. Auf eine Nachfrage ihrerseits bei der Polizei erhielt sie keine weitere Auskunft. Antwort der Polizei: „Wir ermitteln weiter, bleiben dran...“ Eine Antwort, die Frau L. nicht beruhigt hat. Sie baut zur Zeit enge nachbarliche Beziehungen auf. Ihre Familie hat nun einen Wachhund, die Schlösser wurden ausgewechselt, die Riegel an Türen und Fenster verstärkt. (hbz)
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