Hamburg: Die Stars von morgen?

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Stephan Kerber, Leiter des DFB-Förderteams in Hamburg mit den Talenten Justin, Leon und Jethro
 
Justin, Leon und Jethro beim Training Fotos: Jenssen

Wie der DFB auch in Jenfeld junge Fußballtalente fördert

Von Martin Jenssen
Jenfeld Das WM-Fieber ist erwacht. Am 12. Juni beginnt der Kampf um die höchste Trophäe im internationalen Fußball. Während sich „Schweini“ und Co. in Brasilien darum bemühen, den Weltpokal zu holen, sucht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an 366 Stützpunkten in Deutschland nach Nachwuchstalenten, nach Jungs, die vielleicht bei der WM in acht Jahren für das Nationalteam auflaufen können. Einer dieser Stützpunkte befindet sich in Mümmelmannsberg. Montags, am späten Nachmittag, wird auf dem Sportgelände an der Kandinskyallee trainiert. Am Spielfeldrand beobachten Eltern ihre Sprösslinge. Es sind stolze Eltern, denn die Kinder im Alter zwischen elf und 15 Jahren bekommen einmal wöchentlich eine ganz besondere Förderung: eine kostenlose Trainingsstunde vom DFB.
Die Jungs, die am Mümmelmannsberg ihre Übungen absolvieren, sind ambitioniert bei der Sache. Sie wissen: Ein Training unter den Augen der Hamburger DFB-Jugendtrainer ist etwas Besonderes. Wer es bis hierhin geschafft hat, der ist vorher schon durch Talent aufgefallen. 300 Kinder und Jugendliche genießen dieses Privileg in Hamburg, 275 Jungs und 25 Mädchen.
Mit ganz anderen Augen als die Eltern beobachtet Stephan Kerber den Einsatz der Spieler aus der D- und C- Jugend. Der 44jährige Fußballlehrer ist Leiter des DFB-Förderteams in Hamburg. Er besitzt die höchste Trainerlizenz. In Hamburg kennt er jedes der 300 Kinder und ist über ihre besonderen Talente informiert. Im DFB-Büro in Jenfeld besteht seine Aufgabe in der Schulung der 19 Stützpunkttrainer und in der Selektion der Talente.
Ist es möglich, dass es in Hamburg große Fußballtalente gibt, die nicht entdeckt und gefördert werden? Kerber antwortet auf diese Frage mit einem klaren: „Nein!“. Das DFB-Förderteam hält engen Kontakt zu den Nachwuchstrainern in den Vereinen. „Das Netz ist so engmaschig geknüpft, da rutscht uns kein Talent durch.“
Unter den Jungs, die auf dem Rasen am Mümmelmannsberg, dem Fußball nachjagen, sind nur wenige, die nicht von einer großen Karriere als Fußballstar träumen. Messi und Ronaldo, Lahm und Götze sind ihre Vorbilder. „Obwohl alle Talent haben, schaffen es nur ganz ganz wenige, in die Profilaufbahn“, erklärt Stephan Kerber. „Niemand kann so etwas für einen Jugendspieler prognostizieren. Neben Talent, Kampfesswillen und Disziplin braucht man auch eine riesige Portion Glück.“

10 Millionen für Nachwuchsförderung

Trotzdem ist das DFB-Training für die Jungen und Mädchen, die mitmachen dürfen, ein Gewinn. Sie lernen nicht nur, geschickt mit den Fußball umzugehen. Sie lernen auch, Respekt zu haben vor Freunden und Gegnern. Und sie lernen, sich einzubringen in die Gemeinschaft. „Das sind später keine Menschen, die die Welt vom Sofa aus erleben. Das sind Menschen, die etwas erleben wollen“, sagt Stephan Kerber.
Der DFB lässt sich die Talentsuche viel kosten. Über zehn Millionen Euro gibt der Fußballverband pro Jahr für die Förderung aus. In Hamburg gibt es sechs DFB-Stützpunkte zur Förderung der jungen Spieler. Sie befinden sich in Pinneberg, Niendorf, Steilshoop, Mümmelmannsberg, Wilhelmsburg und Allermöhe.
Das Wochenblatt sprach mit drei der möglichen Stars von morgen.
Justin Stahner (11) vom Farmsener TV möchte einmal Profi werden, egal für welchen Verein. Sollte das nicht klappen, würde er gerne als Feuerwehrmann oder Polizist arbeiten. Sein Vorbild ist Mezut Özil. Die deutsche Mannschaft, so glaubt er, wird in Brasilien um Platz drei spielen.
Leon Reber (12) vom TSV Reinbek ist Linksfuß, kann aber auch mit dem rechten Fuß ordentlich schießen. Seine Zukunft sieht er realistisch. „Für eine Profikarriere wird es wohl nicht reichen. Vielleicht spiele ich später mal in der Verbandsliga.“ Sein Vorbild: Arjen Robben. Seine Prognose: In Brasilien fliegt die deutsche Mannschaft im Viertelfinale raus.
Jethro Kuffour (11) vom Oststeinbeker SV hat seine fußballerische Bestimmung im rechten Mittelfeld gefunden. Sein Vorbild ist Cristiano Ronaldo. Sollte er sogar einmal zu einer Nationalmannschaft einberufen werden, würde er am liebsten für England spielen. Dort wohnen viele seiner Verwandten. In Brasilien traut Jethro dem deutschen Team viel zu. Sein Tipp: Die verlieren im Finale gegen Brasilien.
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