Hamburgerin will Gegner auf die Matte legen

Anzeige
Brasilien, Australien, Hamburg: Alle drei Länder spielen für Katharina Häcker derzeit eine große Rolle Foto: Hoyer
 
Katharina Häcker schultert auch Trainer Alexander Lüdecke, der ihr bei den Olympischen Spielen in Rio zumindest den siebten Rang, wenn nicht sogar mehr, zutraut Foto: Hoyer

Katharina Häcker aus Barmbek startet bei Olympia im Judo für Australien

Von Christian Hanke

Eilbek/Barmbek

In drei Tagen ist es soweit: Am 9. August wird Katharina Häcker vom TH Eilbeck ihren bisher bedeutendsten Kampf austragen. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro tritt die 23-Jährige Judokämpferin aus Hamburg in der 63 kg-Klasse an.

Einen Rang „ab Platz sieben und besser“ traut ihr Trainer Alexander Lüdecke zu. Lüdecke ist auch Sportdirektor Judo in Hamburg – und Trainer des australischen Judoteams. Denn die Hamburgerin Katharina Häcker tritt in Rio nicht für Deutschland sondern für Australien an. Sie hat die doppelte Staatsbürgerschaft. Ihr Vater ist Australier, lebt mit seiner deutschen Frau in Hamburg. Da die deutsche Teilnehmerin in der 63 kg-Klasse – im Judo wird in jeder Gewichtsklasse pro Land nur eine Teilnehmerin beziehungsweise ein Teilnehmer für Olympia nominiert – bereits lange feststand, Martyna Trajdos vom ETV, beschlossen Katharina Häcker und ihr Trainer, sich dem australischen Team anzuschließen.

In Australien zählt Judo nicht zu den populärsten Sportarten. In den vergangenen drei Jahren gewann Katharina Häcker die Titel in ihrer Gewichtsklasse bei den Oceania Games, den Kontinentalmeisterschaften von Ozeanien. Damit hatte sie sich im Land ihres Vaters für Olympia qualifiziert. Nach dem Abitur hatte sie ein Jahr in Australien verbracht und war begeistert. „Ich habe mich sofort in das Land verliebt und mich dort zuhause gefühlt“, erzählte Katharina Häcker dem Wochenblatt kurz vor dem Abflug nach Rio.

„Meine Eltern wollten, dass ich Sport mache und ich wollte es auch. Ich habe mir einige Sportarten angeguckt und mich schließlich für Judo entschieden“, erzählt Häcker. Die Begeisterung für die erste deutsche Olympiasiegerin im Judo, Yvonne Boenisch, in Athen 2004, verfestigte ihre Vorliebe für diese Sportart. „So will ich auch sein“, beschloss die kleine Katharina und kämpfte sich im Jugendbereich langsam nach vorn. Vor vier Jahren wechselte sie von ihrem ersten Verein Tus Berne zum TH Eilbeck, einem der vier führenden Vereine im Judo in Hamburg. Alexander Lüdecke nahm sich ihrer an und brachte sie weiter nach vorn. „Sie hat sich durchge bissen. Sie ist sehr willensstark“, urteilt Lüdecke, der insbesondere ihre Technik am Boden, das Heben und Halten lobt. Rund 200 Tage im Jahr kämpft Katharina Häcker auswärts bei Wettkämpfen, zweimal im Jahr in Australien. Entspannung findet sie beim Klettern und Schwimmen. Sport ist im Leben der blonden Hamburgerin, die von Berne nach Barmbek gezogen ist, überall die Nummer eins.

Team Australien mit 410 Sportlern


Auf Rang 14 liegt sie derzeit in der Weltrangliste ihrer Gewichtsklasse. Beim Olympischen Turnier reichte das nicht für eine Setzposition im Feld mit 25 Teilnehmerinnen. Es gilt das K.O.-Prinzip. Wer verliert, ist draußen. „Olympia kann für mich nach dem ersten Kampf beendet sein“, weiß sie. Selbst wenn – der Einzug der Nationen im 410-köpfigen Team Australiens war dann schon ein Highlight. Aber Katharina Häcker will natürlich mehr. Am Dienstag gilt es.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige